Zittau gewinnt sächsischen City-Wettbewerb

Veröffentlicht: Freitag, 6. November 2020, 15:05 Uhr

Zittau gewinnt sächsischen City-Wettbewerb

Wirtschaftsminister Martin Dulig: "Meine Anerkennung gilt allen 18 Bewerbern, die trotz der aktuell schwierigen Situation die Zeit und Kraft gefunden haben, eine Projektidee zu entwickeln und einzureichen."

Sächsischer City-Wettbewerb 2020: Zittau gewinnt mit dem Projekt "Ab in die Lücke"

Der City-Wettbewerb "Ab in die Mitte!" ist die sächsische Plattform für kreative Stadtentwicklung, den Ideenaustausch und unkonventionelle Möglichkeiten, Innovationen in die Innenstädte des Freistaates zu bringen. Das diesjährige Motto "Stadt gemeinsam stärken: Handeln, Teilen, Mitentscheiden..." setzte den Fokus noch stärker auf das gemeinsame Engagement. Jetzt stehen die Gewinner der 17. Wettbewerbsrunde fest: Die Große Kreisstadt Zittau war mit dem Projekt "Ab in die Lücke" erfolgreich und hat den mit 30.000 Euro dotierten ersten Preis gewonnen. Zwei zweite Preise zu je 20.000 Euro gehen an die Großen Kreisstädte Delitzsch (Projekt "DELITZSCH LAUSCHEN - Kommen, Hören, Stauen") und Görlitz (Projekt "CINEMA CITY"). Je einen dritten Preis in Höhe von 10.000 Euro erhalten die Städte Lugau/Erzgebirge (Projekt "die Lugauer Gemeinschaftsgärten - buddeln, pflanzen und ernten mitten in der Stadt") und Oederan (Projekt "Oederan: Schaufenster der mittelsächsischen Wirtschaft").

Am "Ab in die Mitte!"-Wettbewerb in Sachsen haben sich in diesem Jahr 17 Kommunen aus fast allen sächsischen Landkreisen und - erstmalig in der Geschichte des Wettbewerbs - ein Landkreis beteiligt. "Meine Anerkennung gilt allen 18 Bewerbern, die trotz der aktuell schwierigen Situation die Zeit und Kraft gefunden haben, eine Projektidee zu entwickeln und einzureichen", betont Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig, der diesjährige Schirmherr des City-Wettbewerbs. Aufgrund der Corona-Einschränkungen musste sowohl die Auftaktveranstaltung im März als auch die am 6. November im Rahmen der Messe "denkmal" in Leipzig geplante Preisverleihung abgesagt werden. Im Sommer konnte wenigstens ein Kreativtreff in Kamenz stattfinden.

Der Beitrag "Ab in die Lücke" der Stadt Zittau wurde von der Jury als Siegerprojekt des diesjährigen Wettbewerbes ausgewählt. Damit erhält der Stadtkern von Zittau einen "grünen" Begegnungsort, einen Raum für generationsübergreifende Begegnung und Dialoge. Eine jahrelang ungenutzte Brache wird für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, indem sie zu einem Outdoor-Wohnzimmer mit Spiel- und Aufenthaltsangeboten speziell auch für die junge Generation umgestaltet wird. Die Planung und Ausgestaltung wird in einem bereits begonnenen, breit angelegten Beteiligungsprozess mit Kindern, Jugendlichen, Studenten, Bürgern und Stadtverwaltung entwickelt. So soll die Bindung zur eigenen Stadt weiter gestärkt werden.

Minister Dulig weiter: "Ich gratuliere Zittau zum ersten Preis. Die Stadt im Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Polen hat die diesjährige Wettbewerbsidee perfekt umgesetzt. Es ging darum, die Bürgerbeteiligung weiter zu entwickeln und ein breites, aktives Engagement für die Zentrenentwicklung zu stärken. Gerade die Vielfalt in der Meinungsbildung, die Diskussions- und allgemeinen Kommunikationsprozesse bringen oft nicht vorher absehbare, kreative Ideen hervor. Wir kommen aus dieser Krise am besten heraus, wenn wir die Herausforderung gemeinsam annehmen."

Insgesamt hat die Jury 13 Preise vergeben - zu den fünf Hauptpreisen wurden noch zwei Anerkennungspreise und sechs Sonderpreise verliehen:

Die Anerkennungspreise in Höhe von jeweils 5.000 Euro erhalten der Landkreis Mittelsachsen (Projekt "Gemeinsam sind wir stark - kauf regional") und die Stadt Rodewisch. Für das Projekt "ROWI-Hutzn-Point" gewinnt Rodewisch zugleich den vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) ausgelobten und mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis "Einzelhandel". Das SMWA vergibt diesen Preis für ein Vorhaben, das die ansässigen Einzelhändler in kreativer Weise unterstützt, ihre Geschäftskonzepte zukunftsfähig auszurichten und auf die besonderen Gegebenheiten vor Ort abzustimmen - um damit einen Beitrag zur Belebung und für die Attraktivität des Ortszentrums zu leisten.

Mit dem "ROWI-Hutzn-Point" schlägt die Stadt Rodewisch eine Brücke von der digitalen zur realen Welt. Aufgrund der coronabedingten Schließungen entstand im Frühjahr eine Internetplattform als virtueller Marktplatz. Dieser soll nun auf einem neu gestalteten Platz der Stadt ins "wahre" Leben übertragen werden. Ein gläserner Pavillon wird als sogenannter ROWI-Hutzn-Point ausgestaltet und soll dem ortsansässigen Einzelhandel eine zentrale, kostenlose, digitale und analoge Werbeplattform bieten. Gemeinsam mit der bereits bestehenden Internetplattform, aber auch den digitalen Möglichkeiten, die der Pavillon selbst bietet, finden Händler und Bürger der Stadt eine einzigartige Mischung von digitalen und stationären Möglichkeiten. Rodewisch schafft damit die Voraussetzungen, die der Einzelhandel einer Stadt heute braucht, um konkurrenzfähig zu sein und nutzt die Chancen, welche die Digitalisierung dem Einzelhandel bietet.

Über Sachpreise dürfen sich die Großen Kreisstädte Sebnitz (Sonderpreis "Licht"), Kamenz und Meißen (jeweils Sonderpreis "Blühendes Zentrum"), Stollberg/Erzgebirge (Sonderpreis "Wissenschaftliche Begleitung") sowie die Stadt Burgstädt (Sonderpreis "Digitalisierung") freuen.

Hintergrund

Die von der privaten Wirtschaft gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen im Rahmen einer Public Private Partnership (ppp) getragene Initiative wird seitens des SMWA mit einem jährlichen Preisgeld von 50.000 Euro unterstützt. Das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung (SMR) trägt ebenfalls einen Anteil von 50.000 Euro des Gesamtpreisgeldes von 100.000 Euro. Die Schirmherrschaft wechselt jährlich zwischen beiden Ressorts. Das SMWA finanziert darüber hinaus zum zweiten Mal den Sonderpreis Einzelhandel im Wert von 10.000 Euro.

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Projekten und eine Videobotschaft der Initiative finden Sie auf der Internetseite www.abindiemitte-sachsen.de.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr