Wasserstandsprobleme in Lausitzer Tagebauseen

Veröffentlicht: Freitag, 23. Oktober 2020, 15:07 Uhr

Wasserstandsprobleme in Lausitzer Tagebauseen

Cottbus. Das Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA ist über die Forderung der Lausitzer Bürgermeister nach einem Elb-Überleiter verwundert, da sämtliche Grundlagen zur Bewertung dieses Konzeptes fehlen. Gleichzeitig werden in mehreren Tagebauseen die künftigen Wasserstände von der LMBV nach unten korrigiert.

Wasserstandsprobleme in mehreren Tagebauseen der Lausitz

Gutachten zu gefordertem Elb-Überleiter ist offenzulegen

"Es ist völlig unklar, auf welcher Grundlage die Kommunalpolitiker schon eine Meinung zur Wasserüberleitung von der Elbe in Lausitzer Tagebauseen haben. Wir versuchen seit Monaten das Thema fachlich zu bewerten, erhalten aber nicht die erforderlichen Unterlagen. Eine bereits 2009 beauftragte Machbarkeitsstudie der LMBV ist offenbar unter Verschluss und konnte uns weder von Landesministerien noch Bundesbehörden zur Verfügung gestellt werden. Diese Studie sollte unverzüglich offengelegt werden." fordert René Schuster, Braunkohleexperte der GRÜNEN LIGA.

Offensichtlich gibt es aktuell massive Probleme mit den Wasserständen der Lausitzer Bergbauseen: Die LMBV machte erst am 15.10. für den Klinger See, dann am 16.10. für den Spreetaler See bekannt, dass die bisher geplanten Wasserstände nicht erreicht werden können. Beides wurde mit neuen Erkenntnissen aus dem hydrogeologischen Großraummodell begründet. René Schuster dazu: "Was wird als nächstes bekannt? Die neuen Erkenntnisse der LMBV zu Seewasserständen sollten vollständig und im Zusammenhang kommuniziert werden. Sonst entsteht der Eindruck, die kommen absichtlich scheibchenweise ans Licht, um nur auf den jeweiligen Lokalseiten wahrgenommen zu werden."

Die Diskussion über die langfristigen Folgen der früheren DDR-Tagebaue auf den Wasserhaushalt ist dringend notwendig, darf aber nicht von den noch laufenden Tagebauen der LEAG ablenken. "Bei den LEAG-Tagebauen kann noch ein Teil des Schadens verhindert werden, den die Region dann für Jahrhunderte managen muss. So ist die Schaffung weiterer großflächiger Tagebauseen aufgrund ihrer hohen Verdunstungsverluste nicht mehr verantwortbar. Die aktuellen Probleme der LMBV-Seen sind eine eindringliche Warnung." sagt Schuster

Die GRÜNE LIGA Umweltgruppe Cottbus beschäftigt sich im Rahmen eines vom Umweltbundesamt geförderten Projektes mit dem Zusammenhang zwischen Kohleausstieg und Wasserhaushalt. Sie hat dazu im August ein Positionspapier zu „Anforderungen an die aktuellen Planungsprozesse im Lausitzer Braunkohlenrevier" erstellt, das hier abrufbar ist: https://www.kein-tagebau.de/images/_dokumente/200820_positionspapier_wasserhaushalt_final.pdf

Quelle: GRÜNE LIGA Umweltgruppe Cottbus