Konferenz der Großen Lausitzrunde

Veröffentlicht: Freitag, 23. Oktober 2020, 07:47 Uhr

Konferenz der Großen Lausitzrunde

Am Montag, 19. Oktober 2020, fand im Dock3 Lausitz am Industriepark Schwarze Pumpe die Konferenz der Großen Lausitzrunde statt. Neben verschiedenen Redebeiträgen von Vertretern der Landes- und Bundespolitik kam unter anderem auch die frisch angetretene Präsidentin der BTU Cottbus- Senftenberg, Prof. Gesine Grande zu Wort. Behandelt wurden zudem die Themen Entwicklungsstrategie und Ansiedlungsoffensive Lausitz.

Konferenz der Großen Lausitzrunde zu Entwicklungsstrategie und Ansiedlungsoffensive innerhalb des Strukturwandels

In ihrer Eröffnungsrede betonte Christine Herntier, Sprecherin des kommunalen Bündnisses von Lausitzer Bürgermeistern und Gemeindevertretern die anhaltende Bedeutung der Lausitzrunde im Prozess des Strukturwandels: "Die Bürgermeister kennt man vor Ort, oft auch persönlich. Wir müssen mit unserer Verantwortung für die Zukunft stehen. Das ist unser Anspruch seit 2015."

Es geht um echte Menschen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer griff diesen Gedanken auf. Beim Strukturwandel gehe es "nicht um akademische Projekte, sondern um echte Menschen." Dass die Lausitzrunde bereits so viel erreicht habe, schrieb er auch der "physischen Anwesenheit der Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier in der Kohlekomission" zu. So war die Vertreterin einer betroffenen Region direkt bei an den Beschlüssen beteiligt. Er betonte: "Wir ziehen an einem Strang."

Die Lausitzer lassen sich nicht auseinanderdividieren

Dr. Klaus Freytag, Lausitzbeauftragter des Brandenburgischen Ministerpräsidenten, unterstützte das in seinem Redebeitrag: "Wir müssen hier Unterstützung leisten." Das gemeinsame Ziel müsse sein, die "Passfähigkeit der Länderstrategien zur Strukturentwicklung zu sichern" und "erfolgreiche Projekte und Akteure der Region zu vernetzen". Die Zusammenarbeit des sächsischen Revierbeauftragten und des brandenburgischen Lausitzbeauftragten sei bereits etabliert. Freytag sieht das gemeinsame Vorgehen in der Tradition der Solidarität unter Bergleuten. "Die Lausitzer lassen sich nicht auseinanderdividieren", so der Lausitzbeauftragte. "Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Regionen in Deutschland. Aber man hält Wort auf Seiten der Bundesregierung."

Diesmal Geschichte anders schreiben

Die Staatsekretärin beim Bundeswirtschaftsministerium, Elisabeth Winkelmeier-Becker (MdB), unterstrich diese Aussage: "Vertrauen muss aufgebaut und tragfähig werden." Bezugnehmend auf die Verwerfungen der Nachwendezeit formulierte sie offensiv: "Diesmal wollen wir Geschichte anders schreiben."

Größer als ein einzelner Baustein

Anschließend stellte sich die kürzlich berufene Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg, Prof. Gesine Grande, der Lausitzrunde vor und stellte klar, dass die BTU einen gewichtigen Anteil am erfolgreichen Verlauf des Strukturwandels haben wird. Wichtig sei, so die Präsidentin, dass dieser Wandel sich am Bedarf der davon Betroffenen orientiert: "Lassen Sie uns etwas aufbauen, was größer ist als jeder einzelne Baustein."

Gutes Signal für Investoren

Der Spremberger Klaus-Peter Schulze, Bundestagsabgeordneter (CDU) für den Wahlkreis Cottbus und Spree-Neiße kam anschließend auf die Stärken der Lausitz zu sprechen und hob besonders die Industriefreundlichkeit der Bevölkerung hervor. Das sei ein gutes Signal für Investoren, so Schulze.

Zivilbevölkerung engagiert

Schließlich stellte Heiko Jahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH (WRL), die Entwicklungsstrategie Lausitz 2050 vor. Die Ziele dieses Projekts waren, Ideen zu finden und einen konzeptionellen Vorlauf für den Strukturwandel vorzubereiten sowie einen umfassenden Leitbild- und Beteiligungsprozess innerhalb der Region zu organisieren. Das sei gelungen, so Jahn. Das Besondere an diesem Projekt war, das sich Lausitzer Bürger an daran aktiv beteiligen konnten. Letztlich schrieben über 50 Lausitzer am Konzept direkt mit und beteiligten sich über 100 weiteren Lausitzer indirekt. Heiko Jahn konstatierte dabei ein außerordentliches "Engagement der Zivilbevölkerung".

Standortvermarktung besser bündeln

Zum Abschluss der Konferenz der Großen Lausitzrunde stellte Dr. Martin Wilke den aktuellen Stand der Ansiedlungsoffensive vor. Der Oberbürgermeister Frankfurt/Oder a.D. und Wirtschaftsförderer erarbeitete im Auftrag von Lausitzrunde, Industrie- und Handelskammer (IHK) und WRL eine Strategie, die darauf abzielt, alle Mitglieder der Lausitzrunde, also auch kleinere Kommunen in der Erschließung neuer Zielmärkte, der Wirtschaftsförderung und Ansiedlung von Investoren zu unterstützen. Dabei wurden unter anderem auch Themen behandelt wie die Kompensation der durch den Strukturwandel betroffenen Arbeitsplätze und die Schaffung einer europäischen Modellregion als Beispiel für erfolgreiche Transformationsprozesse. Diese Offensive soll nun auch auf den sächsischen Teil der Lausitz übertragen werden. Dazu finden intensive Gespräch mit der Sächsischen Strukturentwicklungsgesellschaft (SAS) statt.
Dr. Wilke konnte von einer deutlichen Bereitschaft der Lausitzer Kommunen zur Mitwirkung berichten. Er mahnte zugleich an, dass umfangreichere und stärker gebündelte Aktivitäten zur Standortvermarktung notwendig seien.

Quelle Text/Foto: Tudyka.PR im Auftrag der Lausitzrunde