Blockade der BER-Eröffnung geplant

Veröffentlicht: Montag, 19. Oktober 2020, 08:16 Uhr

Blockade der BER-Eröffnung geplant

Berlin. Die Klimagerechtigkeitsgruppe "Am Boden bleiben" plant, in einer Aktion zivilen Ungehorsams die Eröffnung des BER am 31. Oktober zu blockieren. In Zeiten der sich beschleunigenden Klimakrise sei kein Platz für neue Flughäfen, so "Am Boden bleiben". Die Initiative fordert eine drastische Reduktion der Luftfahrt, die Einstellung von Inlandsflügen, ein Ende der Subventionen für die Flugindustrie sowie den Ausbau von klimagerechten Alternativen. Parallel zur Blockade-Aktion sind vielfältige Proteste geplant, unter anderem eine Demonstration von BUND-Jugend, Fridays for Future und anderen.

Klimagerechtigkeitsgruppe plant Eröffnung des BER am 31. Oktober zu blockieren

Klimaaktivistinnen fordern Reduktion des Flugverkehrs

"Die lange Bauzeit des BER und die immensen Kosten von über sechs Milliarden sind peinlich - aber der eigentliche Skandal ist, dass der Flughafen trotz Klimakrise eröffnet wird! Wenn wir die 1,5-Grad-Grenze einhalten wollen, darf der Flugverkehr nicht weiter wachsen - er muss sinken! Mit zivilem Ungehorsam werden wir diesen Wahnsinn blockieren", sagt Lena Tucnak, Sprecherin von "Am Boden bleiben".

"Am Boden Bleiben" geht es in der Aktion nicht darum, einzelne Flugpassagiere zu blockieren, sondern die ungerechte Bevorteilung der Flugindustrie zu kritisieren. Neben den Milliarden, die in den Bau des BER sowie die kürzliche Rettung der Lufthansa geflossen sind, wird die Flugindustrie zusätzlich indirekt mit 13 Milliarden Euro pro Jahr durch fehlende Kerosin- und Mehrwertsteuern subventioniert.

"Während sich die Klimakrise überschlägt, werden hier Milliarden von Steuergeldern in die klimaschädlichste Form des Reisens gesteckt. Wir müssen jetzt mit der Mobilitätswende anfangen, das bedeutet: Züge statt Flüge und und gute Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Bereichen", so Melek Berger, ebenso Sprecherin der Initiative.

Um den Schutz aller Beteiligten angesichts der Covid-19-Pandemie sicherzustellen, hat "Am Boden Bleiben" ein Hygienekonzept erarbeitet. Dieses umfasst unter anderem Abstandsregeln, Mundschutz und ein sicheres Rückverfolgungssystem.

Im November 2019 hatte "Am Boden bleiben" den Flughafen Tegel blockiert. Bei seinen Protesten dienen Pinguine als Symbol des Widerstands gegen den wachsenden Flugverkehr, denn "die coolsten Vögel bleiben am Boden". Im letzten Jahr hatte "Am Boden bleiben", auch "Penguins for Future" genannt, ein satirisches Bekennerschreiben und -video veröffentlicht und sich für jahrelange Sabotagen zur Verhinderung der BER-Eröffnung verantwortlich bezeichnet. "Am Boden bleiben" ist Mitglied des internationalen Netzwerks "Stay Grounded".

Website: https://www.ambodenbleiben.de

Foto: Leonhard Lenz, CC0, via Wikimedia Commons

Quelle: Klimagerechtigkeitsgruppe "Am Boden bleiben"