Mobility Campus Neuhausen gegründet

Veröffentlicht: Montag, 7. September 2020, 11:10 Uhr

Mobility Campus Neuhausen gegründet

In Neuhausen fliegen jetzt auch Drohnen. Am Donnerstag, 27. August, wurde auf dem Verkehrslandeplatz Cottbus/Neuhausen (Flugplatz Neuhausen) das deutsch-polnische Netzwerk "Mobility Campus Neuhausen" gegründet. Initiiert wurde das Netzwerk von der CIT GmbH, Wirtschaftsförderung des Spree-Neiße-Kreises. Die Gründungsmitglieder sind Aeroheli International GmbH & Co. KG mit Sitz in Neuhausen, das Welzower Unternehmen Tholeg, welches Drohnen für den professionellen Einsatz entwickelt und produziert, die globale, branchenübergreifende Plattform für vertikale Mobilität DroneMasters Boost GmbH und das Sana-Herzzentrum. Mit dabei sind außerdem die Flugplatzgesellschaft Cottbus/Neuhausen mbH, die Berufsschule CKZiU "Elektryk" aus Nova Sol und die Wirtschaftsinitiative "Delta Partner" aus Cieszyn in Polen. Ziel des Netzwerkes ist es, den Fachkräftenachwuchs auf technischem Gebiet im Allgemeinen und für einen neuen Beruf mit Zukunft, den Mechatroniker für Luftfahrt im Besonderen, zu fördern.

Deutsch-Polnisches Netzwerk "Mobility Campus Neuhausen" gegründet

Fachkräftenachwuchs auf technischem Gebiet und den Mechatroniker für Luftfahrt

"Wer jetzt die Ausbildung zu einem Industrieberuf wählt", meint Christian Janke, "entscheidet damit auch, ob er später einer Maschine dient oder die Maschine ihm." Janke ist Spezialist für vertikales Fliegen, professioneller Drohnenpilot und Partner bei den DroneMasters Berlin. Mit der Junior Academy eröffnet sein Unternehmen den spielerischen Zugang zu Programmierung und Zukunftstechnologien mit Drohnen und Drone Racing. In Ferien-Workshops werden die Grundlagen von Luftfahrt und Technik vermittelt, das Fliegen am Simulator, mit Videobrille und im Freien geübt sowie die Programmierung der Steuerung für autonomes Fliegen eingeführt. Doch wer meint, hier gehe es in erster Linie um die Drohnenpiloten von morgen - weit gefehlt. Christian Janke: "Beim Drohnen-Steuern schulen die Kinder ihre Sensomotorik, das räumliche Denken und die Hand-Augen-Koordination. An diesen Fähigkeiten mangelt es ja vielen Kindern. Vor allem aber erhalten die Juniors die Möglichkeit, sich auf verständliche, praktisch nachvollziehbare Weise Wissen über die physikalischen Grundlagen und die hinter den Drohnen stehenden Technologien anzueignen."

Drohnen-Workshop für Schüler und Schülerinnen zur Stärkung der MINT-Fächer

Der Netzwerk-Gründung in Neuhausen ging ein solcher Workshop für 9-12-Jährige voraus und bezog deutsche und polnische Kinder der Forster Grundschule Keune und einer Umwelt- und Sozialstiftung aus Zary ein. "Die Problematik dahinter ist grenzübergreifend - mangelndes technisches Verständnis und der damit verbundene perspektivische Fachkräftemangel", erklärt Susan Kutschker, Projektleiterin bei der CIT GmbH. "Die Drohnen-Workshops stärken das Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT), weil sie von Sport und Spaß begleitet sind. Besser kann man Kenntnisse in den MINT-Fächern kaum vermitteln."

Das hat nicht nur, aber natürlich auch mit einschlägigen Berufen zu tun, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Der Einsatz von Drohnen für Wissenschaft, Agrar- und Forstwirtschaft, Hilfsorganisationen und Polizeikräfte wird immer wichtiger. Da braucht es Piloten, vor allem aber auch Mechatroniker als einsatzfähiges "Bodenpersonal".

Partner des Netzwerkes: Drohnen-Schule und -Produzenten sowie Sana-Herzzentrum

Das Welzower Unternehmen Tholeg entwickelt Drohnen für den internationalen Profi-Einsatz. Absehbar ist, dass Tholeg wie auch die gesamte Branche ein neues Berufsbild benötigen. "Der Luftfahrtingenieur könnte passen, ist aber für die Wartung von Drohnen überqualifiziert. Die herkömmlichen Ausbildungen zum Elektriker oder Mechatroniker wiederum sind nicht spezifisch genug", Daniel Rohde, Jugendtrainer bei Tholeg, die Lage. "Deshalb unterstützen wir gemeinsam mit der CIT die Entwicklung eines Lehrplans für die Ausbildung eines Mechatronikers Luftfahrt."

Bleibt die Frage, warum ein Herzzentrum in einem solchen Konsortium Mitglied wird? Jana Maahs vom Sana-Herzzentrum in Cottbus formuliert zwei Gründe: "Auch wir brauchen Nachwuchs, der in den MINT-Fächern stark ist, nämlich Fachkräfte für Medizintechnik. Die Entwicklung leistungsfähiger Drohnen andererseits wird uns einen effizienteren Transport beispielsweise von Medikamenten oder Blutkonserven ermöglichen. Deshalb unterstützen wir das."

Der große Pluspunkt des Netzwerks "Mobility Campus" ist der Standort Flugplatz Neuhausen

Hier stimmen (Luft)Raum, Tradition und nicht zuletzt die Lage - verkehrsgünstig, nahe den Partnern in Polen und mitten im Herzen des Strukturwandels. "Wir sehen die Netzwerk-Gründung als Initialzündung für die weitere Standortentwicklung." Mit weiteren Partnern sei man bereits im Gespräch, so Susan Kutscher von der CIT.
Das Projekt "EuRegioNet" wird unterstützt durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung aus dem Programm INTERREG VA Brandenburg-Polen .

Fotos: Tudyka.PR

Quelle: Tudyka.PR im Auftrag der CIT GmbH