Digitalisiertes Betriebsarchiv Kraftwerk Hirschfelde

Veröffentlicht: Mittwoch, 8. Juli 2020, 15:24 Uhr

Betriebsarchiv Kraftwerk Hirschfelde

Das historische Betriebsarchiv des Kraftwerks Hirschfelde gibt es jetzt online. Im Rahmen des Landesdigitalisierungsprojektes des Freistaats Sachsen konnte der Bestand in den vergangenen Jahren weitreichend digitalisiert werden. In Zittau präsentierte heute der Stiftungsrat zusammen mit der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) die Arbeit und die Ergebnisse des Großprojekts. "Im Jahr der Industriekultur nimmt das Interesse an einschlägigen Digitalisaten aus diesem Bereich zu. So ist auch die digitale Präsentation der Materialien des Kraftwerks Hirschfelde als Beitrag zum Jahr der Industriekultur zu verstehen", hielt Dr. Konstantin Herrmann von der SLUB Dresden in seiner Präsentation vor den geladenen Gästen fest.

Stiftung Kraftwerk Hirschfelde präsentiert digitalisiertes Betriebsarchiv

Der Bestand des Betriebsarchivs ist in Fotos, technische Pläne und Schriftakten gegliedert. Dokumentationen des Baufortschritts in den verschiedenen Bauphasen seit 1917, der Entwicklung der maschinellen Ausrüstung, von Havarien und Unfällen, aber auch kultureller, sportlicher und politischer Veranstaltungen sind überliefert. Mit Hilfe dieser Dokumente lässt sich nachvollziehen, wie sich die Landschaft um Hirschfelde im Laufe der letzten 100 Jahre verändert hat, wie die Stromversorgung mit der industriellen Entwicklung der Oberlausitz zusammenhing oder auch wie sich die Lebensverhältnisse der Arbeiter und Arbeiterinnen wandelten.

Die Nutzbarmachung des Bestandes für die interessierte Öffentlichkeit erfolgte zwischen 2000 und 2010 zunächst durch ehemalige Mitarbeiter des Kraftwerkes, später durch die Stiftung Kraftwerk Hirschfelde. Das Landesdigitalisierungsprogramm des Freistaates Sachsen ermöglichte die Digitalisierung von insgesamt ca. 11 000 Objekten, die in der Deutschen Fotothek präsentiert werden. Über Sachsen. Digital mit eigener Projektseite "Hirschfelde" gelangt man zu der Präsentation der Einzelbilder in der Deutschen Fotothek in der SLUB: https://sachsen.digital/alle-sammlungen/historisches-betriebsarchiv-kraftwerk-hirschfelde/

Betriebsarchiv Kraftwerk Hirschfelde

Ziel des Landesdigitalisierungsprogramm für Wissenschaft und Kultur des Freistaates Sachsen ist die möglichst umfassende Bereitstellung digitaler Medien und Informationen für Forschung, Lehre und breite Öffentlichkeit. Koordiniert durch die SLUB Dresden unterstützt der Freistaat Sachsen mit zusätzlichen Haushaltsmitteln wissenschaftliche und öffentliche Bibliotheken sowie weitere Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen mit dem Programm in drei Bereichen:

  • Lizenzierung digitaler Medien für das Konsortium der sächsischen Hochschulbibliotheken
  • Digitalisierung von wertvollem Schrift- und Kulturgut in Sachsen
  • Digitale Langzeitarchivierung

Das Kraftwerk Hirschfelde war das älteste sogenannte Großkraftwerk in Sachsen. Von 1911 an versorgte es die Oberlausitz und später als Teil der Landesstromversorgung ganz Sachsen. Dem Teilabriss nach der Stilllegung in den 90er Jahren folgte die Nutzung als technisches Denkmal und Museum. 2017 wurde das Museum wegen Baufälligkeit geschlossen.

Die Stiftung Kraftwerk Hirschfelde verwaltet für den Eigentümer des Historischen Betriebsarchives, die Lausitz Energie Kraftwerke AG, den in Fotos, technische Pläne und Schriftakten gegliederten Bestand. Im Fotobestand sind die Dokumentationen des Baufortschritts, der Tagebauerweiterungen, technischer Störungen und Unfälle, von Maschinen und Geräten, aber auch kultureller und politischer Veranstaltungen überliefert. Die Stiftung Kraftwerk Hirschfelde engagiert sich für die Erhaltung, Förderung und Vermittlung der Zeugnisse und Dokumentationen der Industriekultur der Lausitz. Vier Themenfelder stehen dabei besonders im Fokus: Denkmale, Sammlungen, Archivbestände, Zeitzeugen. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Engagierten entwickelt sie Ideen und Lösungen, die bei den jeweiligen Herausforderungen helfen können. Erbe zu sichern, Zugang zu den Zeugnissen zu ermöglichen, die Vermittlung zu stärken und den Dialog zu unterstützen, dafür engagiert sich die Stiftung Kraftwerk Hirschfelde dauerhaft.

Neben Hubertus Altmann (LEAG) zählen Landrat Bernd Lange und der Oberbürgermeister der Stadt Zittau, Thomas Zenker zum Vorstand der Stiftung, die 2009 gegründet wurde. Ihr Hauptanliegen ist die Erinnerung und die Pflege der Geschichte des vor rund 100 Jahren gebauten, ersten sächsischen Großkraftwerkes.

Weiterhin stellt die Stiftung Kraftwerk Hirschfelde in ihrer Online-Repräsentanz ihre Findmittel für die Recherche zur Verfügung und bewahrt so ein Stück weit Industriekultur und -geschichte. https://industrie-geschichte-lausitz.de/

Betriebsarchiv Kraftwerk Hirschfelde

Quelle: PM Landkreis Görlitz - Foto: Betriebsarchiv der Stiftung Kraftwerk Hirschfelde