Ausbildungsumfrage: Fachkräftesicherung trotz Krise

Veröffentlicht: Freitag, 3. Juli 2020, 07:52 Uhr

Ausbildungsumfrage: Fachkräftesicherung trotz Krise

Die IHK-Ausbildungsumfrage 2020 zeigt: Die Belastungen durch Corona gehen nicht spurlos am Ausbildungsmarkt vorbei. Dennoch stehen Betriebe in Südbrandenburg mehrheitlich weiter zur Nachwuchssicherung durch duale Berufsausbildung.

IHK-Ausbildungsumfrage: Betriebe setzen trotz Krise auf Fachkräftesicherung

IHK Cottbus: Noch mehr als 600 freie Lehrstellen

"Vor allem von der Eindämmungsverordnung besonders betroffene Branchen wie der Tourismus und die Veranstaltungsbranche stehen weiterhin vor existenziellen Unsicherheiten. Das wirkt sich auch auf den Ausbildungsmarkt aus", erläutert Regina Altmann, Kompetenzfeldmanagerin bei der IHK Cottbus. "Gleichzeitig zeigen die Umfrageergebnisse für Südbrandenburg: Fachkräftesicherung durch duale Berufsausbildung hat für die regionale Wirtschaft nach wie vor einen hohen Stellenwert: Mehrheitlich lief der Ausbildungsbetrieb auch während des Lockdown in Südbrandenburgs Betrieben regulär weiter. Etwa ein Drittel der Unternehmen hat das Instrument des Home Office mit enger Betreuung genutzt, um Azubis weiterhin adäquat auszubilden. Nicht einer der befragten Betriebe hat coronabedingte Kündigungen ausgesprochen. Das ist ein Bekenntnis zur Nachwuchssicherung, für das wir uns ausdrücklich bei den IHK-Betrieben bedanken möchten."

Auch auf Bundesebene beherrscht Corona das Bild am Ausbildungsmarkt: Trotz vieler kreativer Ansätze seitens der Unternehmen wird das betriebliche Ausbildungsplatzangebot in diesem Corona-Jahr niedriger ausfallen als 2019. Es gibt aber noch immer vielfältige Chancen - das geht aus den Umfrageergebnissen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 15.000 Unternehmen hervor.

"Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes in diesem Krisenjahr ist schwerer abzuschätzen als in den Vorjahren", betont der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. "Viele Betriebe sind derzeit gezwungen, auf Sicht zu fahren. Sie überdenken daher auch ihre Ausbildungsentscheidungen gründlich und verschieben bei Bedarf."

Im Ergebnis liegt das betriebliche Lehrstellenangebot im Branchendurchschnitt aktuell um gut sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau. "Gleichzeitig haben viele Unternehmen noch nicht abschließend über die Zahl ihrer Ausbildungsplätze entschieden", stellt Dercks klar. "Das zeigt, dass die derzeitigen Vermittlungsanstrengungen, aber auch Anreize durch finanzielle Unterstützung Sinn machen."

Für Schulabgänger in Südbrandenburg gibt es aber nach wie vor zahlreiche Chancen auf eine heimatnahe Ausbildung, betont Regina Altmann: „Aktuell stehen im IHK-Bezirk Cottbus noch mehr als 600 freie Lehrstellen zur Verfügung - das zeigt ein Blick in die IHK-Lehrstellenbörse (www.ihk-lehrstellenboerse.de). Vor allem in Logistik und Handel, aber auch in Gastgewerbe sowie Metall- und Elektroberufen gibt es auch kurz vor Ausbildungsstart noch Angebote für Lehrstellensuchende." Wer aktuell noch keinen Ausbildungsplatz hat, findet Unterstützung bei den Ausbildungsberatern der IHK Cottbus.

Quelle: IHK Cottbus