Malermeisterbetrieb Woschech seit 100 Jahren im Spreewald

Veröffentlicht: Dienstag, 30. Juni 2020, 08:23 Uhr

Unternehmensgründer Erich Woschech mit Gattin und den Kindern.  - Foto: Uwe Woschech

1920 in einem Holzschuppen in Burg (Spreewald) hat alles angefangen: Der damals gerade 21-jährige Erich Woschech gründet sein Handwerksunternehmen, einen Malerbetrieb. Mittlerweile wird das Unternehmen in dritter Generation von Malermeister Uwe Woschech geführt und kann auf eine 100-jährige wechselvolle Geschichte zurückblicken.

Spreewälder Handwerksunternehmen feiert am 1. Juli 2020 100-jähriges Jubiläum

Die Leidenschaft für Farben und die Malerei entwickelte Erich Woschech im Kinderheim Johannesstift in Berlin-Spandau. "Er war Halbwaise, hatte dort aber gute Erzieher, die sein Talent gefördert haben", erzählt Uwe Woschech.
"Im Nachhinein betrachtet war das ein großes Glück, denn Kinderheime waren damals häufig reine Verwahranstalten." Viele Kinder blieben auf der Strecke - Erich Woschech nicht. Auch die Gründung eines eigenen Unternehmens in Burg stand unter einem guten Stern, denn der Ort hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon recht gut entwickelt. Mit der Spreewaldbahn kamen Touristen aus Berlin, es gab viele Hotels und Gaststätten und damit ausreichend Arbeit für Erich Woschech.

Die Weltwirtschaftskrise 1929 sowie der Zweite Weltkrieg forderten ihren Tribut, auch wenn Erich Woschech glücklicherweise nicht verwundet wurde und das Geschäft nach dem Krieg direkt wieder aufnehmen konnte. Möglich machte dies seine Weitsicht: Beim letzten Heimaturlaub vergrub er sämtliche Werkzeuge auf dem Grundstück und sicherte sie so vor dem Zugriff der Roten Armee. Woschech schuftete zunächst allein, bis seine Söhne Roland, der erst 1949 aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte, und Lothar in den Betrieb einstiegen. Die nächste Hürde war der Mauerbau 1961, bei dem es Erich Woschech nach einem Besuch in West-Berlin fast nicht zurück nach Burg geschafft hätte.

Malermeister Uwe Woschech führt in dritter Generation einen Handwerksbetrieb in Burg (Spreewald). Am 1. Juli steht das 100-jährige Jubiläum an. - Foto: HWK Cottbus

Uwe Woschech, der heute Inhaber des traditionsreichen Familienunternehmens ist, hat höchsten Respekt vor der Lebensleistung seiner Vorfahren. "Für mich waren mein Opa und mein Vater große Vorbilder." Seit 1988 führt er den Betrieb in dritter Generation. 14 Jahre zuvor, 1974, stieg er in das väterliche Unternehmen ein und absolvierte dort seine Malerausbildung. Nach seinem Erfolgsrezept befragt, verweist der Burger unter anderem auf die Verwendung reiner Naturmaterialien. Mit ungewöhnlichen Techniken wie der Sajade-Baumwollbeschichtung oder mit der Verwendung von Schilfgras und Bambus habe er punkten können. "Private Kunden haben uns immer ernährt", erklärt der Malermeister. Doch auch andere ortsansässige Familienunternehmen gehören zu den wichtigsten Kunden des Malermeisterbetriebs Woschech.

BU: Malermeister Uwe Woschech führt in dritter Generation einen Handwerksbetrieb in Burg (Spreewald). Am 1. Juli steht das 100-jährige Jubiläum an. - Foto: HWK Cottbus

Quelle: HWK Cottbus