Keine Kohle für die Kohle - Alle Dörfer bleiben!

Veröffentlicht: Freitag, 26. Juni 2020, 11:09 Uhr

Keine Kohle für die Kohle - Alle Dörfer bleiben!

Anlässlich einer Anhörung im sächsischen Landtag zur Zukunft der sächsischen Dörfer Pödelwitz, Obertitz und Mühlrose ruft der BUND Sachsen gemeinsam mit dem Bündnis "Alle Dörfer bleiben!" und Ende Gelände Dresden*am 30. Juni 2020, um 13 Uhr *zum Protest "Keine Kohle für die Kohle - Alle Dörfer bleiben!" auf. Auf dem Bernhard-von-Lindenau-Platz direkt vor dem Landtag werden über 260 Ortsausgangsschilder mit den Namen von bereits abgebaggerten Dörfern aus den Kohlerevieren der Lausitz und des Leipziger Lands zu sehen sein. Im Zuge der Proteste gegen das Kohlegesetz setzt das Aktionsbündnis hiermit ein Zeichen für den Erhalt der vom Kohletagebau bedrohten Dörfer und für Klimagerechtigkeit.

Aktionsbündnis fordert am 30.06. vor dem sächsischen Landtag "Keine Kohle für die Kohle - Alle Dörfer bleiben!"

Aktion mit 260 Schildern der abgebaggerten Dörfer in der Lausitz und im Leipziger Land auf deutsch und sorbisch

 

Allein im Leipziger Land und in der Lausitz mussten mehr als 80.000 Menschen ihr Zuhause für den Kohleabbau verlassen. Über 250 Orte verschwanden in den Gruben der Tagebaue. Die sächsische Landesregierung macht derweil deutlich, dass sie sich nicht dafür zuständig fühlt, Kohlebedarfe der LEAG und MIBRAG zu überprüfen und die Inanspruchnahme von Mühlrose und Obertitz zu verhindern. Betroffene setzen sich bereits seit vielen Jahren für den Erhalt ihrer Dörfer ein. Mit der geplanten Ortsschilderaktion macht das Aktionsbündnis das Ausmaß der langjährigen Zerstörung deutlich und stellt zu gleich klar, dass es für Pödelwitz, Obertitz und Mühlrose noch nicht zu spät ist. Deshalb heißt es am Dienstag "Keine Kohle für die Kohle - Alle Dörfer bleiben!"

Jutta Wieding, Vorstand BUND Sachsen:

"Der aktuelle Koalitionsvertrag bietet verträgliche Möglichkeiten, die Erneuerbaren auszubauen und damit das weiter Abbaggern der Dörfer zu verhindern. Die Menge der Braunkohle in genehmigten Abbaugebieten reicht, um die Kohleindustrie zu betreiben, bis sie bis 2038 - viel zu spät für die international verbindlichen Klimaziele - stillgelegt wird."

Jens Hausner von "Alle Dörfer bleiben":

"Trotz Klimakrise heißt es in Deutschland weiterhin ?Kohle für die Kohle? statt sozialer Gerechtigkeit. Weitere Dörfer für einen der klimaschädlichsten Energieträger zu opfern ist an Verantwortungslosigkeit kaum zu überbieten. Wir aus Pödelwitz stehen solidarisch an der Seite aller Betroffenen, egal ob in Mühlrose, Obertitz, im Rheinischen Revier oder weltweit."

Nadine Fröhlich von Ende Gelände Dresden:

"Während die Landesregierung die Interessen der Tagebaubetroffenen hier in Sachsen gekonnt ignoriert, verhandelt die Bundesregierung mit den Kohlekonzernen hinter verschlossenen Türen. Statt eines Kohleausstiegs versucht sie, eine Industrie aus dem letzten Jahrtausend mit Steuergeldern in Milliardenhöhe künstlich am Leben zu halten. Ihr eigenes Versprechen, die 1,5°-Grenze einzuhalten, rückt damit in unerreichbare Ferne."

PM Bündnis "Alle Dörfer bleiben!"