Neues Hochwasserschutzlager in Görlitz-Hagenwerder

Veröffentlicht: Montag, 22. Juni 2020, 15:44 Uhr

Neues Hochwasserschutzlager in Görlitz-Hagenwerder

Der Freistaat Sachsen hat ein neues Hochwasserschutzlager in Görlitz-Hagenwerder. Dort lagern künftig knapp eine Million Sandsäcke, Schutzvlies und sogenannte BigBags, der Landesreserve Hochwasserbekämpfungsmittel. Für den Bau der Halle wurde ein benachbartes Gelände der Gewässermeisterei Görlitz angekauft. Die Arbeiten dafür begannen im Jahr 2018 und dauerten etwa ein Jahr. Danach erfolgte die Beschaffung der Hochwasserbekämpfungsmittel. Insgesamt investierte der Freistaat Sachsen rund 1,1 Millionen Euro dafür.

Hochwasserschutzlager in Görlitz-Hagenwerder - Bessere Versorgung von Zittau bis Rothenburg

Beim Hochwasser im August und September 2010 hatte sich gezeigt, dass das Hochwasserschutzlager in Lohsa für die beiden Landkreise Bautzen und Görlitz nicht ausreicht. So waren die Transportwege für die angeforderten Materialien in die betroffenen Kommunen teilweise sehr lang. Auch konnte das Lager in Lohsa den tatsächlichen Bedarf an Hochwasserschutzmitteln nicht annähernd decken.

Die Standortwahl fiel auf Hagenwerder, da sich im Landkreis Görlitz zahlreiche Gewässer befinden, die von Lohsa nur schwer erreichbar sind. Auch die beobachteten Hochwasserwellen dieser Flüsse spielte eine Rolle bei der Entscheidung. So können nun im Notfall unter anderem die Kommunen der Lausitzer Neiße schneller mit Materialien versorgt werden.

Hintergrundinformation

Nach dem Oderhochwasser in Brandenburg 1997 richtete der Freistaat Sachsen eine Landesreserve für Hochwasserbekämpfungsmittel ein. Diese ist in fünf Hochwasserschutzlagern untergebracht und wird von der Landestalsperrenverwaltung betrieben.

Damit die Materialien im Notfall schnell dorthin gelangen, wo sie benötigt werden, sind die Hochwasserschutzlager in verschiedenen Regionen untergebracht. Sie befinden sich in Chemnitz, in Trebsen (Lkr. Leipzig), in Radeburg (Lkr. Meißen), in Lohsa (Lkr. Bautzen) und in Hagenwerder (Lkr. Görlitz).

Im Katastrophenfall sind die Lager rund um die Uhr besetzt. Die Landesreserve kann dann ab Alarmstufe 3 von den Krisenstäben in den Landkreisen abgefordert werden, wenn die Eigenmittel aufgebraucht sind.

Quelle: Landestalsperrenverwaltung - Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen