Mehr Aufträge von der öffentlichen Hand gefordert

Veröffentlicht: Dienstag, 5. Mai 2020, 09:19 Uhr

Mehr Aufträge von der öffentlichen Hand gefordert

Etliche Handwerksbetriebe haben in den vergangenen Wochen weniger Aufträge von der öffentlichen Hand bekommen. Das geht aus einer Umfrage der Kreishandwerkerschaft Cottbus/Spree-Neiße unter Innungsbetrieben hervor.  Demnach verzeichnen 37 Prozent der antwortenden Unternehmen entsprechende Rückgänge. Dabei benötigen die Betriebe gerade jetzt neue Einnahmen.

Handwerk fordert mehr Aufträge von Kommunen

Einnahmen dringend benötigt / Investitionsstau auflösen

Die Investitionsbereitschaft in Industrie, Handel, Gastronomie und Privatwirtschaft wird durch die Corona-Krise auf längere Zeit sinken. Das schreibt Jürgen Gehrmann, Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Cottbus, in einem offenen Brief an Bundes-, Landtags- und Kommunalvertreter. "Jetzt sind die öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Sportstätten, Bundeswehr, die Verkehrsinfrastruktur usw. die letzte Stütze unserer Branche. Gleichzeitig besteht hier ein erheblicher Investitionsstau. Wenn wir diesen Investitionsstau beherzt auflösen, schaffen wir eine Win-Win-Situation für das Handwerk und die gesamte Bevölkerung."

Im Maler- und Lackiererhandwerk rechnet der Umfrage zufolge jedes zweite Unternehmen mit Umsatzausfällen in den nächsten sechs Wochen von über 50 Prozent. Befürchtet wird eine nachhaltige Rezession. "Wir fordern deshalb die öffentlichen Entscheidungsträger ausdrücklich auf, Handwerker der Region mit der Vergabe von durchaus erforderlichen Aufträgen zu unterstützen, um die Existenz unserer Betriebe und ihrer Mitarbeiter zu sichern", sagt Horst Teuscher, Geschäftsführer der Maler- und Lackiererinnung Cottbus. Die Handwerkskammer Cottbus unterstützt die Forderung.

Für das Maßnahmenpaket von Bund und Ländern sei man dankbar. "Allerdings könnte der Staat auf manches Hilfspaket verzichten und würde als Gegenleistung eine sanierte Schule, eine generalüberholte Turnhalle und somit eine Verbesserung der Infrastruktur unseres Landes bekommen. Das investierte Geld ist nicht verloren, sondern fließt zweifach zurück: In Form von Steuern und in Form einer modernisierten Infrastruktur. Wir würden als Gesellschaft gestärkt aus der Krise hervorgehen", so Obermeister Jürgen Gehrmann.

Hintergrund:

Befragt wurden alle Innungsbetriebe im Gebiet der Kreishandwerkerschaft Cottbus/Spree-Neiße aus den Bereichen Maler, Tischler, Sanitär/Heizung, Metallbauer, Bau und Steinmetz im Zeitraum vom 23. bis 28. April.

In der Auswertung konnte festgestellt werden, dass 63 Prozent der beteiligten Betriebe keine Unterschiede feststellten. Allerdings erhielten
37 Prozent der Betriebe weniger Aufträge als bisher.

Quelle: PM HWK Cottbus