Wasserbewirtschaftung bei Niedrigwassersituation schwierig

Veröffentlicht: Dienstag, 28. April 2020, 11:53 Uhr

Schwierige Zeiten für die Wasserbewirtschaftung im Spree- und Schwarze-Elster-Gebiet

Cottbus - Die länderübergreifende "Ad-hoc-AG Extremsituation" hat in ihrer 15. Beratung zum Wochenbeginn die Abflussverhältnisse in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster angesichts der langanhaltenden Trockenperiode bewertet. Wegen der weiterhin angespannten Situation wird die seit Juni vergangenen Jahres regelmäßig tagende Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus Brandenburg und Sachsen ihre Treffen fortsetzen.

Ausgeprägte Frühjahrstrockenheit: Schwierige Zeiten für die Wasserbewirtschaftung im Spree- und Schwarze-Elster-Gebiet

Bedingt durch extrem geringe Niederschlagsmengen im April 2020 - lediglich 5 Prozent der mittleren Niederschlagsmenge sind bisher gefallen - und der jahreszeitlich zunehmenden Verdunstung sind die Abflussverhältnisse weiterhin auf niedrigem Niveau; sie zeigen zum Teil bereits erste fallende Tendenzen. Während die brandenburgischen Speicher, Talsperre Spremberg und Speicherbecken Niemtsch, das Speicherziel nahezu erreicht haben, war in den sächsischen Talsperren Bautzen und Quitzdorf aufgrund der hydrologisch-meteorologischen Situation eine vollständige Wiederauffüllung nicht möglich. Aktuelle Berechnungen zeigen, dass voraussichtlich nur 7 Millionen Kubikmeter Wasser zur Niedrigwasseraufhöhung der Spree aus den sächsischen Speichern zur Verfügung stehen werden. Dies würde lediglich 35 Prozent der unter normalen Bedingungen zur Verfügung stehenden Wassermenge (20 Millionen Kubikmeter) entsprechen.

Wasserbewirtschaftung Spree

Durch die trockene Witterung war im unteren Spreegebiet die normale Bewirtschaftung weiterhin nicht umsetzbar. Der Abfluss in der Spree am Unterpegel Leibsch beträgt aktuell 3,54 Kubikmeter pro Sekunde und liegt damit drastisch unter dem mittleren Abfluss für den Monat April von 22,3 Kubikmetern pro Sekunde. Im Sinne eines sparsamen Umgangs mit dem zur Verfügung stehenden Wasserdargebot wurde durch die "Ad-hoc-AG Extremsituation" festgelegt, dass der Mindestwasserabfluss am Pegel Leibsch UP vorübergehend von 4,5 Kubikmeter pro Sekunde auf 2,5 Kubikmeter pro Sekunde herabgesetzt wird. Die Talsperre Spremberg hat einen aktuellen Beckenwasserstand von 91,95 m NHN (Normalhöhennull). Ab Anfang Mai wird die Abgabe der Talsperre Spremberg von aktuell 7 Kubikmeter pro Sekunde auf 9,0 bis maximal 10 Kubikmeter pro Sekunde zur Stützung der Spree angehoben.

Wasserbewirtschaftung Schwarze Elster

An der Schwarzen Elster bleibt die Lage auf einem sehr niedrigen Niveau unverändert. Der Wasserstand im Speicher Niemtsch (Senftenberger See) konnte durch die konsequente Einspeicherung auf aktuell 98,93 Meter NHN gehalten werden. Der Abfluss der Schwarzen Elster am Pegel Biehlen wird zusätzlich zur Abgabe aus der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza, mit cirka 0,2 Kubikmeter pro Sekunde aus dem Speicher Niemtsch gestützt. Ziel ist es, zur Sicherung der Wasserqualität, den Abfluss am Pegel Biehlen unterhalb von Senftenberg mindestens zwischen 0,7 bis 1,0 Kubikmeter pro Sekunde zu halten. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im April normalerweise bei rund 2,9 Kubikmetern pro Sekunde. Die Sanierung am Senftenberger See wurde durch die LMBV fristgemäß beendet. Seit Anfang April ist der Senftenberger See wieder zur Nutzung freigegeben

Aufgrund der akuten hydrologisch kritischen Situation tritt der Ad-hoc-AG "Extremsituation" ab sofort wieder 14-tägig zusammen. Da alle weiteren Maßnahmen von der meteorologischen Situation abhängig sind, können keine belastbaren Ausblicke hinsichtlich zukünftiger Einschränkungen für das Jahr 2020 gegeben werden. In den Einzugsgebieten der Spree und Schwarzen Elster ist bereits jetzt ein äußerst sparsamer und gewissenhafter Umgang mit den begrenzten Wasserressourcen angeraten.

Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg