Fair Play in Coronazeiten für Fahrradhändler, Blumenläden und Co

Veröffentlicht: Donnerstag, 2. April 2020, 11:11 Uhr

Brandenburger IHKs fordern Fair Play für Fahrradhändler, Blumenläden und Co.

Die Brandenburger Industrie- und Handelskammern Cottbus, Ostbrandenburg und Potsdam drängen in Coronazeiten auf faire Wettbewerbsbedingungen im Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg.

Brandenburger IHKs fordern Fair Play für Fahrradhändler, Blumenläden und Co.

"Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit der einschränkenden Maßnahmen: Wir brauchen weitestgehend einheitliche Eindämmungsverordnungen und -regelungen in Berlin und Brandenburg", fordert Hauptgeschäftsführer Marcus Tolle für die Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburger Industrie- und Handelskammern (IHK): "Es ist Unternehmen nicht erklärbar, warum Fahrradhändler und Blumenläden in Berlin öffnen dürfen, in Brandenburg aber nicht."

Hintergrund ist die aktuell veröffentliche Klarstellungsübersicht zur Eindämmungsverordnung, auf die sich die Landesregierung Brandenburg verständigt hat. In ihr manifestieren sich die unterschiedlichen Bedingungen für Händler, Gastronomen und Dienstleister. Gerade im eng verzahnten Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg führen unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen sofort zu Wettbewerbsverzerrungen.

Marcus Tolle appelliert daher eindringlich: "Wir benötigen eine Angleichung der Regelungen von Berlin und Brandenburg. Ein Einkaufstourismus ist weder im Sinne unserer Unternehmen noch im Sinne der Eindämmungsverordnung. Stattdessen sollte der Gedanke einer gemeinsamen Metropolregion Berlin-Brandenburg praktisch gelebt werden."

Angelika Ranzinger vom Fahrradservice Ranzinger in Königs Wusterhausen als direkt betroffene Unternehmerin hierzu: "Wir sind eine an Berlin grenzende Region. Es ist für mich unverständlich, weshalb Fahrradhändler in Berlin ihr Geschäft öffnen dürfen und wir hier nicht. Ich darf in Brandenburg das Fahrrad zwar in der Werkstatt reparieren, aber den nötigen Fahrradhelm oder Ersatzteile im Geschäft nicht verkaufen. Ich kann diese Ungleichbehandlung einfach nicht nachvollziehen. Zudem ist das Fahrrad gerade in Brandenburg ein wichtiges Verkehrsmittel, für das man auch entsprechendes Zubehör benötigt."

Quelle: IHK Cottbus