Apotheken vergessene Kämpfer in der Corona-Krise

Veröffentlicht: Mittwoch, 1. April 2020, 08:42 Uhr

Apotheken vergessene Kämpfer in der Corona-Krise

Apotheker und ihre Teams sind genau wie Ärzte, Angestellte im Supermarkt oder Pflegepersonal jeden Tag verstärkt einer möglichen Infektion durch SARS-CoV-2 ausgesetzt.

Corona: Apotheker und Mitarbeiter stehen jeden Tag mit an vorderster Front

Jens Dobbert ist Apotheker aus Forst (Lausitz) und Präsident der Landesapothekerkammer Brandenburg: "Jeden Tag, und besonders in Zeiten der CoronaPandemie, leisten die Apotheker mit ihren Mitarbeitern eine herausragende Arbeit und sind immer um den Schutz ihrer Patienten bemüht. Dafür haben sie meinen höchsten Respekt. Aber dennoch werden wir, als Apothekerschaft, allzu gern übersehen."

Von der Prignitz bis in die Lausitz, vom Havelland bis zur Uckermark jeden Tag stehen die Teams der Apotheken mit an vorderster Front. Sie schieben Sonderschichten, organisieren, auch für Ärzte, Desinfektionsmittel, stellen Arzneiund Desinfektionsmittel eigenständig her und beliefern ihre Patienten mit dringend notwendigen Medikamenten bis ans Krankenbett. Manche Apotheken haben seit Verhängung der Kontaktsperre in Brandenburg fast 1000 Botendienste geleistet.

Dass im gesamten Gesundheitssystem jetzt Versorgungsengpässe kumulieren, ist auch auf die jahrelangen Sparmaßnahmen von Politik und Krankenkassen zurückzuführen. "In den letzten Jahren wurden viele Maßnahmen gegen die VorOrt-Versorgung ergriffen und befördert, sodass viele Apotheken schließen mussten, aber gerade jetzt werden diese Apotheken zur notwendigen Versorgung dringend benötigt. Hier muss nach der Pandemie zwingend umgedacht werden, dann sind wir in Zukunft noch viel besser vorbereitet", so Dobbert.

Quelle: Landesapothekerkammer Brandenburg