LEAG vor Stellenabbau

Veröffentlicht: Dienstag, 3. März 2020, 13:38 Uhr

GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Braunkohle Umweltgruppe Cottbus e.V.

Cottbus. Will die LEAG Personal abbauen? In einer gestern verbreiteten Videobotschaft an die Mitarbeiter kündigt der Vorstandschef des Lausitzer Kohlekonzerns LEAG "schmerzhafte Entscheidungen" und die Verschlankung von Verwaltungsbereichen an. Als Ursachen der aktuell schwierigen Ertragssituation nennt Helmar Rendez die milde Witterung, das Corona-Virus, die Weltwirtschaft, die Gaspreise und die bisher höchste Einspeisung von Windstrom. Zudem habe die LEAG vor allem im Januar Probleme mit der Verfügbarkeit der Kraftwerke gehabt. Damit räumt die LEAG ein, dass die Ursachen weder im geplanten Kohleausstiegsgesetz noch im zurückliegenden Stillstand des Tagebaues Jänschwalde liegen.

Braunkohlekonzern LEAG will offenbar Personal abbauen

Wirtschaftliche Gründe jenseits des Kohleausstieges / LEAG-Chef kündigt den Mitarbeitern in Videobotschaft "schmerzhafte Entscheidungen" an / War Personalabbau seit drei Jahren geplant?

Die GRÜNE LIGA sieht mit dem damit angedeuteten Personalabbau die Bedenken gegen den Verkauf des Konzerns aus dem Jahr 2016 bestätigt:
"Wenn die LEAG jetzt schmerzhafte Einschnitte und Verschlankung ankündigt, stellt sich unweigerlich die Frage, in welchem Maß das langfristig geplant war. Gerade sind die drei Jahre abgelaufen, für die der tschechische EPH-Konzern einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen zugesagt hatte," sagt René Schuster von der GRÜNEN LIGA.

Schuster weiter: "Es ist bemerkenswert, dass Herr Rendez eine nicht ausreichende Kraftwerksverfügbarkeit im Januar anspricht. Damit kann der Stillstand des Tagebaues Jänschwalde in diesem Zeitraum nicht den Ausschlag für die gesunkenen Gewinne gegeben haben. Das bietet zumindest die Chance auf eine sachliche Debatte in der Region."

Mit der Behauptung, die LEAG sei "kein Konzern, sondern ein großer Mittelständler" versucht Rendez offenbar Mitgefühl bei den betroffenen Mitarbeitern zu wecken und von der Rolle der LEAG-Eigentümer abzulenken. Bei der Übernahme der Lausitzer Tagebaue und Kraftwerke von Vattenfall im Oktober 2016 hatte der tschechische EPH-Konzern für drei Jahre auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet.

Hintergrund

Videobotschaft des LEAG-Vorstandsvorsitzenden https://vimeo.com/394911525/d68200235b (VLEAG prüft Stellenabbau .... das Video mit der Ankündigung wurde leider von der Vimeo-Seite entfernt)

Update 4.3.2020

LEAG weist Spekulationen zu konkreten Stellenabbauplänen zurück. Die weitere Personalentwicklung wird im Rahmen des neuen Revierkonzeptes bis zum Sommer dieses Jahres bewertet. Gegenüber Mitarbeitern erklärt LEAG, dass tarifliche und betriebliche Vereinbarungen gelten! https://twitter.com/LEAG_de/status/1235166984599457792?s=20

Quelle: GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Braunkohle Umweltgruppe Cottbus e.V.