Kompetenzzentrum für Strahlenschutz in Cottbus gegründet

Veröffentlicht: Mittwoch, 5. Februar 2020, 15:38 Uhr

Bundesumweltministerium Svenja Schulze (l.) und BfS-Präsidentin Inge Paulini (r.) mit dem symbolischen Grundstein des Kompetenzzentrums Elektromagnetische Felder

Cottbus. Welche Veränderungen bringen neue Sendeanlagen in meiner Nachbarschaft mit sich? Welche Auswirkungen hat das neue Mobilfunknetz 5G? Gesellschaftliche Entwicklungen wie die zunehmende Digitalisierung und die Energiewende führen dazu, dass Bürgerinnen und Bürger inzwischen tagtäglich mit Strahlenschutzthemen in Berührung kommen.

Bundesumweltministerin gründet Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder in Cottbus

Neue Anlaufstelle für Gesundheitsfragen zu Strahlenschutz, Mobilfunk und Stromnetzen

Um sie frühzeitig und verlässlich zu informieren, richtet das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) das neue Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder ein. Das Zentrum ist in Cottbus angesiedelt und wurde am 5. Februar 2020 von Bundesumweltministerin Svenja Schulze in Berlin feierlich gegründet.

Mit seiner Aufklärungs- und Forschungsarbeit will das Kompetenzzentrum zu mehr Akzeptanz der Energiewende beitragen und eine nachhaltige Digitalisierung stärken. Das Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder soll auf lebensnahe Fragen der Bevölkerung wissenschaftlich fundierte Antworten finden und diese öffentlich vermitteln.

Um dem steigenden Informationsbedarf von Bürgerinnen und Bürgern, aber auch Behörden Rechnung zu tragen, werden mit dem Kompetenzzentrum die Forschung sowie die Schulungs- und Dialogangebote des BfS weiter ausgebaut. Auf der eigens eingerichteten Website www.bfs.de/kompetenzzentrum können sich Bürgerinnen und Bürger informieren und einem Expertenteam ihre Fragen stellen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: ""Sowohl die Energiewende als auch die Digitalisierung sind entscheidende Projekte für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Wenn es hier Bedenken gibt, müssen wir diese ernst nehmen und Fragen von Bürgerinnen und Bürgern aufgreifen. Das Bundesamt für Strahlenschutz als wissenschaftlich unabhängige Institution ist dabei eine kompetente und glaubwürdige Stimme.""

Die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, Inge Paulini: ""Wir begrüßen die Initiative der Bundesregierung, dem ""Strahlenschutz beim Stromnetzausbau"" sowie beim Mobilfunk eine wichtige Rolle zuzuschreiben. Eine Umfrage aus dem letzten Jahr hat deutlich gezeigt, dass es in der Bevölkerung großen Bedarf an Informationen zum Thema Strahlenschutz gibt. In Zukunft wollen wir daher noch gezielter und breiter über die gesundheitlichen Wirkungen elektromagnetischer Felder informieren. Das neue Kompetenzzentrum soll die erste Anlaufstelle für alle sein, die Fragen hierzu haben.""

Die Gründung des Kompetenzzentrums geht zurück auf den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD, um den Stromnetzausbau zu begleiten. Mit ihrer Mobilfunkstrategie hat die Bundesregierung den Anspruch vertiefter Forschung und Kommunikation im November 2019 auch in diesem Bereich zum Ausdruck gebracht.

Bei Einhaltung bestehender Grenzwerte sind nach dem derzeitigen Kenntnisstand keine gesundheitsschädigenden Auswirkungen durch elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder wissenschaftlich belegt. Als besonders gut erforscht gilt der Mobilfunk: Zahlreiche Fragen konnten bereits im Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF), das von 2002 bis 2008 unter Federführung des BfS durchgeführt wurde, beantwortet werden.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BfS arbeiten im Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder daran, die verbliebenen wissenschaftlichen Unsicherheiten - die es in der Wissenschaft immer gibt - weiter zu reduzieren. Ein Baustein hierfür ist auch das begleitende Forschungsprogramm zum Stromnetzausbau, das 2017 gestartet wurde. Erste Ergebnisse und Stand der Vorhaben wurden nach der Gründungsfeier vorgestellt und diskutiert.

BU: Bundesumweltministerium Svenja Schulze (l.) und BfS-Präsidentin Inge Paulini (r.) mit dem symbolischen Grundstein des Kompetenzzentrums Elektromagnetische Felder

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz