Deichvermessung mit Lasertechnik

Veröffentlicht: Dienstag, 4. Februar 2020, 12:14 Uhr

Deichvermessung mit Lasertechnik

Im Auftrag des Landesamtes für Umwelt (LfU) werden die Deiche an der Schwarzen Elster, Pulsnitz, der Großen und Kleinen Röder (inklusive Geißlitz), der Kleinen Elster sowie der Elbe bei Mühlberg mittels Airborne Laserscanning (ALS) vermessen. Dabei erfasst ein an einem Hubschrauber angebrachter Laser die Geländeoberfläche. Die hochauflösenden Daten sind wichtig für den Hochwasserschutz.

Deichvermessung mit Lasertechnik an Schwarzer Elster und Elbe bei Mühlberg

Die Befliegung des Gebietes wird je nach Wetterlage von Februar bis Ende März stattfinden, geplant sind sechs Flugtage. Neben den Deichen erfassen die Scanner auch einen 100 Meter-Pufferstreifen. Im Vergleich zur terrestrischen Vermessung ist die Laserscanbefliegung günstiger und schneller.

Aus den Daten werden ein Digitales Geländemodell (DGM) und ein Digitales Oberflächenmodell der Deiche gerechnet. Die absoluten Genauigkeiten liegen bei circa fünf Zentimeter Höhengenauigkeit und zehn Zentimeter Lagegenauigkeit und sind damit deutlich präziser als die im Land verfügbaren Daten des sogenannten DGM1. Parallel werden Luftbildaufnahmen (Orthophotos) erzeugt, ebenfalls mit einer sehr guten Lagegenauigkeit von zehn Zentimetern. Und im dritten Schritt werden 3D-Bruchkanten, Isolinien sowie ein Vegetationshöhenmodell abgeleitet. Die vollständige Auswertung der sehr großen Datenmengen dauert nach erfolgter Befliegung etwa drei Monate. Im Juli 2020 rechnet das Landesamt mit den Ergebnissen.

Mit den hochgenauen Daten können Deich- und Geländekanten noch besser als bisher abgebildet werden. Diese stellen eine wertvolle Grundlage sowohl bei der Modellierung insbesondere von Hochwassern als auch bei Zustandsanalysen der Hochwasserschutzanlagen dar. So können etwaige Erfordernisse zur Ertüchtigung oder Unterhaltung von Deichen erkannt (insbesondere Deichfehlhöhen) werden. Darüber hinaus nutzt das Landesamt die Daten für die Aktualisierung der Risikogebiete und Karten im Rahmen der Umsetzung der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie sowie für die Abschätzung von Gefährdungslagen im Hochwasserfall.

Insgesamt sind 282 Kilometer Deichlinie aufzunehmen. Der Auftragnehmer für das Projekt ist die Hansa Luftbild AG mit Sitz in Münster. Das LfU plant, in den nächsten Jahren den gesamten Deichbestand in Brandenburg auf diese Weise zu erfassen. Demzufolge sind weitere Befliegungen von Oder, Elbe, Havel, Neiße und Spree geplant.

Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg