Tourismuskonzeption Stadt Lübbenau soll fortgeschrieben werden

Veröffentlicht: Donnerstag, 30. Januar 2020, 13:34 Uhr

Tourismuskonzeption der Spreewaldstadt Lübbenau wird überarbeitet

Was haben wir? Welche Qualitätsziele verfolgen wir? Was wollen wir verbessern?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Mitglieder der Stadtmarketingrunde "Wir für Lübbenau". Die aktuelle Tourismuskonzeption für die Spreewaldstadt Lübbenau wurde 2015 erstellt - eine Fortschreibung unter Berücksichtigung zukünftiger Bedingungen und Trends sei daher angebracht, so der Tenor der Teilnehmer. Die steigenden Übernachtungszahlen der vergangenen Jahre bestätigen der Gruppe indes auf dem richtigen Weg zu sein. 311.458 Übernachtungen zählte die Stadt von Januar bis November 2019. Das entspricht einer Steigerung zum Vorjahr um fast 19 Prozent. Die Daten für Dezember lägen bislang noch nicht vor.

Fortschreibung der Tourismuskonzeption für die Spreewaldstadt Lübbbenau

Die Strategiediskussion begleitet abermals Professor Dr. Felix Herle von der Hochschule Bremen. Seit vielen Jahren übernimmt er in der Marketinggruppe die Rolle des neutralen Moderators und kann dabei sein fundiertes Fachwissen einbringen. "‘Top of Spreewald‘ zu sein haben wir gemeinsam als Anspruch für Lübbenau festgeschrieben", erinnert Felix Herle. Permanente Verbesserungen sind sowohl bei den Erfolgsfaktoren anzustreben, als auch bei Themen, in denen Lübbenau noch nicht top ist. Noch vor einigen Jahren waren beispielsweise die Familienangebote nicht so stark ausgeprägt. In dem Bereich hat sich einiges getan, vor allem mit dem neuen Spielplatz "Spreewaldreich" in der Altstadt sowie mit der Erweiterung des Spreewelten Bades 2018.

Seit Juli 2014 darf sich Lübbenau offiziell als "Qualitäts-Stadt" bezeichnen, gemäß Auszeichnung der Initiative Servicequalität Deutschland. "Die dabei definierten Qualitätsstandards sollten wir unbedingt aufrecht erhalten und erfüllen", betont Daniel Schmidgunst, stellvertretender Geschäftsführer der Spreewald-Touristinformation Lübbenau e. V. Wichtig sei dabei, die Abläufe in Zeiten mit sehr hohem Gästeaufkommen optimal zu steuern. "Gerade dann zeigt sich, ob alles funktioniert", meint Steven Schwerdtner, Marketingleiter der Spreewelten GmbH. Und eben dies sei essentiell für die so bedeutsamen Weiterempfehlungen. Die Kommunikation mit den Gästen müsse sich intensivieren. Gastgeber sollten öfter Empfehlungen aussprechen, zu welchen Jahres- und Tageszeiten beziehungsweise an welchen Orten man den ruhigen Spreewald erleben kann. "Wir weisen unsere Gäste darauf hin, dass sie nicht alleine bei uns sind. Wenn jene die Ruhe suchen, dann empfehlen wir ihnen eine fünfstündige Paddeltour, statt nur zwei Stunden unterwegs zu sein. So können die Hobbysportler in entlegenere Gebiete kommen", erzählt Martin Richter vom gleichnamigen Bootsverleih. Derweise schaffe man eine gewisse Besucherlenkung; auch über besondere Angebote in weniger stark frequentierten Wochen. Die Teilnehmer der Sitzung sind sich einig, dass man die Hauptbesuchszeiten nicht ändern wird. Und auch nicht ändern wolle. "Leute fahren dahin, wo es schön ist. Dahin, wo andere auch hinfahren", merkt Axel Kopsch, Prokurist der Spreewelten an. Hartmut Klauschk von der Stadt Lübbenau pflichtet ihm bei: "An einem Restaurant gehen die Leute auch oft vorbei, wenn kaum ein Tisch besetzt ist." Eine große Anzahl an Menschen an einem Ort werde als Qualitäts-Bestätigung gewertet, frei nach dem Motto "da muss es gut sein". Hauptreisezeiten würden zudem immer die Wochenenden, Feiertage und Ferien bleiben, denn da haben die Leute Zeit zum Wegfahren. Wirtschaftlich gesehen seien diese Tage und Wochen auch notwendig, um solche mit schwächerer Auslastung zu kompensieren. Nur so könne ein Unternehmen langfristig am Markt erfolgreich sein.

Die Vorgehensweise und die Art der Entwicklungen seien entscheidend: Der Informationsfluss zu den Einwohnern muss stimmen, um diese mitzunehmen. "Jeder einzelne Lübbenauer ist Botschafter für den Tourismusstandort und kann mit einer gastfreundschaftlichen Art zu einem positiven Urlaubserlebnis für die Gäste beitragen", ist Michael Jakobs, Geschäftsführer der WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH überzeugt. Der nachhaltige Umgang mit der Ressource Natur ist unablässig für das touristische Geschehen. Aber auch das kulturelle Gut inklusive der hiesigen Bräuche müsse traditionell und nicht zu kommerziell gehalten werden, um dauerhaft authentisch zu bleiben. Die Einwohner sollen zukünftig noch stärker eingebunden werden. "Wir müssen Lust auf Tourismus machen - gerade bei denjenigen, die nicht primär daran verdienen", so Schwerdtner. Denn auch jene haben viele Vorteile durch den Tourismus: vor allem eine erlebnisreiche Stadt mit vielen kulturellen Angeboten, Freizeitoptionen und mannigfaltigen Geschäften. Nur von den Einwohnern allein könnten viele Unternehmen nicht leben. Ein Beispiel sei das Spreewelten Bad, welches die Lübbenauer direkt vor der Haustür haben. Die meisten Besucher kommen über 100 Kilometer weit gefahren, um diese Attraktion erleben zu dürfen. "Die Ansätze der heutigen Runde werden wir in unseren folgenden Zusammenkünften bearbeiten, um die Strategie für Lübbenau fortzuschreiben", resümiert Professor Felix Herle. Im April begleite er erneut eine Gruppe von Studenten nach Lübbenau, die im Rahmen ihrer Learners‘ Company Untersuchungen für die Lübbenauer Stadtmarketingrunde durchführen.

Quelle: WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH