Auswirkungen der Giga-Factory auf Region müssen gesteuert werden

Veröffentlicht: Donnerstag, 23. Januar 2020, 15:47 Uhr

TESLA GigaFactory 4 Grünheide

In einem Offenen Brief an Ministerpräsident Dr. Woidke (PDF) fordert der NABU Brandenburg, dass nicht nur die Genehmigung der Tesla-Giga-Factory selbst, sondern auch die Folgewirkzungen für die Region rund um Grünheide von der Landesregierung bearbeitet werden. Es seien eine erhebliche Verkehrsbelastung und Zuzug zu erwarten. Für die Bürgerinnen und Bürger sei nicht sichtbar, wie die zu erwartenden Auswirkungen angegangen und gesteuert werden. Die Menschen in der Region wollen aber wissen, welche Folgen die Ansiedlung auf ihre Lebensverhältnisse hat.

Offener Brief an Ministerpräsident Woidke zur Ansiedlung der Tesla-Giga-Factory

Der Erholungs- und Naturschutzwert der Region wird daran deutlich, dass das Gebiet großflächig durch die Verordnung über das "Landschaftsschutzgebiet Müggelspree-Löcknitzer Wald- und Seengebiet" geschützt ist. "Wir fordern deshalb, dass für die Steuerung der weiteren Entwicklung eine interministerielle Arbeitsgruppe gebildet wird. Der politische Gestaltungswille der Landesregierung muss sich auch in der Steuerung der Folgewirkungen im Interesse der dort lebenden Menschen zeigen", so Friedhelm Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender es NABU Brandenburg.

Besondere Bedeutung besitze die Lenkung der Entwicklung auf kommunaler Ebene. Dafür bietet sich die Erarbeitung von Ortsentwicklungskonzepten an. Diese enthalten Leitbilder und Konzepte für die Entwicklung des Ortes und sind das Ergebnis der Zusammenarbeit von Bürgerinnen und Bürgern, kommunalen Vertretern und externen Stadtplanern. In der Regel werden die Handlungsfelder Wohnen, Gewerbe, Verkehr und weitere Infrastruktur, Erholung und Natur bearbeitet. Der NABU bittet den Ministerpräsidenten, die Kommunen der Region, insbesondere die Gemeinde Grünheide, zu ermuntern und zu unterstützen, solche Ortsentwicklungskonzepte zu erarbeiten. Normalerweise beauftragen die Kommunen dazu Planungsbüros. Diesen Aufwand sollte das Land ausdrücklich fördern.

Quelle: NABU Brandenburg