Aufhebung der Kassenbonpflicht gefordert

Aufhebung der Kassenbonpflicht

Händler, Gastronomen und Dienstleister, die elektronische Registrierkassen einsetzen, sind mit Jahresbeginn verpflichtet, allen Kunden bei jedem Einkauf einen Kassenbeleg auszudrucken - egal ob diese es wünschen oder nicht. Durch die neuen Regelungen im Kassengesetz sind auch kleine Einkäufe - wie die von Brot beim Bäcker oder Pommes am Stand - mit einer Belegpflicht verbunden. Das ist realitätsfern und mit enormem bürokratischem Mehraufwand verbunden, daher fordert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus eine sofortige Aufhebung der Belegausgabepflicht.

IHK Cottbus fordert Aufhebung der Kassenbonpflicht

IHK-Vizepräsidentin Barbara Kirschbaum (Inhaberin Komma 10): "In unseren Geschäften können die Kunden derzeit wählen, ob sie für den Einkauf einen Bon erhalten möchten oder nicht. Etwa 60 Prozent unserer Kunden wünschen keinen Kassenbon. Das heißt, in Zukunft haben wir hier einen deutlichen Mehrverbrauch an Papier in eben dieser Höhe zu erwarten. Sollte sich der Kunde nach Verlassen des Geschäftes dennoch für den Kassenbon entscheiden, so kann dieser jederzeit nachträglich ausgedruckt werden - selbstverständlich mit allen notwendigen gesetzlich festgeschriebenen Angaben. Darüber hinaus ist nach wie vor thermobeschichtetes Papier im Umlauf, das eine gesundheitsschädliche Wirkung besitzt. Hier haben wir eine Fürsorgepflicht sowohl für unsere Mitarbeiter als auch für unsere Kunden."

"Seit geraumer Zeit haben wir die Pflicht zum automatischen Belegausdruck im Gesetzgebungsverfahren kritisiert und Politik und Wirtschaft dahingehend sensibilisiert. Mit den neuen Regelungen wird der Zahlungsvorgang verlängert. Er wird zu einer Flut herrenloser Kassenbelege, zu erheblichen Mehrkosten bei den Unternehmen und bei der Entsorgung führen. Das ist nicht im Sinne eines serviceorientierten Umgangs mit dem Kunden und des ressourcenschonenden Wirtschaftens der Unternehmen. Auch wenn das Gesetz steht, ist es nicht zu spät für eine Korrektur. Wir fordern die politischen Vertreter im Bundestag auf, sich dafür einzusetzen, dass Kunden auch weiterhin das Recht eingeräumt bekommen, den Kassenbon abzulehnen", sagt Marcus Tolle, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus.

Neben bisherigen Angaben wie Name des Unternehmens, Datum, Artikel und Einzelpreisen, Gesamtpreis und Angaben zum Steuersatz muss der Beleg fortan auch Angaben zur technischen Sicherheitseinrichtung der verwendeten Kasse enthalten.

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