Konjunkturabschwung erwartet

Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus

Die Unternehmen in Südbrandenburg erzielten im zweiten Halbjahr gute Geschäftsergebnisse trotz ihrer verhaltenen Prognosen im Frühjahr. Der Blick in die Zukunft ist von großer Skepsis geprägt. Das ergibt die aktuelle Auswertung der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus.

Südbrandenburgs Wirtschaft erwartet Konjunkturabschwung, aber keine Krise

"Die regionale Wirtschaft ahnt, was auf sie zukommt, keine Krise aber ein deutlicher konjunktureller Abschwung. Verunsichert ist sie von der politischen Entwicklung im Land, dem Klimawandel und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Wirtschaft. Als weitere Risiken bewertet sie steigende Energie- und Rohstoffpreise und fehlende Fachkräfte. Besonders unseren Industrieunternehmen bereiten der rückläufige Inlandsabsatz und die schwierige Situation auf dem ausländischen Markt große Sorge", erklärt Marcus Tolle, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus.

Die Geschäftslage ist noch gut: 93 Prozent der befragten Unternehmen im Kammerbezirk Cottbus gaben im Herbst 2019 gute oder gleichbleibende Geschäfte an. Der Rückgang des Saldos aus positiven und negativen Bewertungen gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozentpunkte auf 40 Prozentpunkte weist allerdings auf ein verlangsamtes Wachstum hin.

Auf Grund der weiterhin hohen Konsumbereitschaft und der anhaltend hohen Baunachfrage können der Handel und das Baugewerbe von einer guten Geschäftslage und gestiegenen Umsätzen berichten. Abgekühlt hat sich indes das Konjunkturklima in der Industrie. Die angespannte Weltmarktsituation, abflauende Binnenkonjunktur und höhere Rohstoffpreise haben sich hemmend auf die Entwicklung ausgewirkt. Einen spürbaren Rückgang gab es bei den Exporten. Gut ist die Stimmung bei den Dienstleistern, auch wenn die Dynamik hier nachgelassen hat.

Die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate haben die Unternehmen in allen Branchen nach unten korrigiert. Sie blicken mit großer Skepsis in die Zukunft. Der Saldo aus günstigen und ungünstigen Erwartungen ist auf minus 20 Prozentpunkte abgerutscht. Verschlechtert haben sich laut der Unternehmen vor allem die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Das Baugewerbe rechnet mit einem spürbaren Nachfragerückgang. Auch im Handel und bei den Dienstleistern sind die Prognosen verhalten. Dennoch ist die Investitionsbereitschaft insgesamt noch hoch. Dies zeigt, es wird ein Abschwung befürchtet, aber keine Krise.

Detaillierte Branchenauswertung unter: www.cottbus.ihk.de/konjunktur

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