Konjunktur: Solide Auftragslage, verhaltene Aussichten

Konjunkturentwicklung: Solide Auftragslage, verhaltene Aussichten

Die Unternehmen in Südbrandenburg gehen mit moderaten Ergebnissen in das Geschäftsjahr 2019. Die anhaltend positive Konjunkturentwicklung der vergangenen Jahre, im Frühjahr 2018 mit einem Allzeithoch, scheint jedoch vorerst beendet. Vor allem der Blick in die Zukunft fällt inzwischen deutlich skeptischer aus. Das ergibt die aktuelle Auswertung der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus.

IHK-Konjunkturumfrage zur Südbrandenburger Wirtschaft

"Die regionale Wirtschaft ist nicht mehr ganz so schwungvoll in das Jahr gestartet wie in der jüngsten Vergangenheit. Der anhaltende Fachkräftemangel und die unsicheren Entwicklungen auf den internationalen Märkten machen sich zunehmend bemerkbar. So sind beispielsweise die Investitionsabsichten gesunken. Die Wirtschaft benötigt jetzt klare Aussagen zur Strukturentwicklung und wir müssen in Südbrandenburg an unserem Image arbeiten, damit die Region für Zuwanderer aus dem In- und Ausland attraktiver wird", erklärt Marcus Tolle, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus.

93 Prozent der befragten Unternehmen im Kammerbezirk Cottbus gaben im Frühjahr 2019 gute oder gleichbleibende Geschäfte an. Bei der aktuellen Geschäftslage liegt der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen mit 42 Prozentpunkten im Plus, allerdings ist er im Vergleich zum Frühjahr 2019 um 15 Prozentpunkte gesunken. Besonders im Dienstleistungsgewerbe und in der Industrie hat sich die Konjunktur abgeschwächt. Im Baugewerbe laufen die Geschäfte hingegen anhaltend auf Hochtouren.

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen signalisieren eine moderate Entwicklung, allerdings haben die Zweifel zugenommen. Der Saldo aus günstigen und ungünstigen Erwartungen ist um 14 Prozentpunkte auf minus drei gefallen. 19 Prozent der befragten Unternehmen erwarten schlechtere Geschäfte.

Gründe dafür sehen die Unternehmen in den steigenden Energie- und Rohstoffpreisen, in der Ungewissheit über die regionale Wirtschaftsentwicklung und im Fachkräftemangel. Deutliche Zeichen für die gestiegene Unsicherheit sind die geringeren Investitions- und Beschäftigungsabsichten.

Die Industrie und das Dienstleistungsgewerbe sehen am pessimistischsten in die Zukunft. Der Handel rechnet größtenteils mit stabiler Nachfrage. Einzig das Baugewerbe strahlt heraus. Die Bauhauptsaison hat begonnen und die Auftragsbücher sind bereits prall gefüllt.

Detaillierte Branchenauswertungen finden sie unter: www.cottbus.ihk.de/konjunktur

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