B169-Sperrung für Lkw kostet Millionen

B169-Sperrung für Lkw kostet Millionen

Durch die Sperrung der B169 für den Lkw-Durchgangsverkehr zwischen Cottbus und Schwarzheide ab dem 18. März 2019 entstehen der regionalen Wirtschaft jährlich Mehrkosten von ca. 10 Millionen Euro, errechnete die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. Die Mehrkosten ergeben sich durch die längere Wegstrecke von mindestens 33 Kilometern über die Autobahn, die mit einem höheren Kraftstoffverbrauch und einer höheren Lkw-Maut einhergehen.

B169-Sperrung zwischen Cottbus und Schwarzheide kostet regionale Wirtschaft rund 10 Millionen Euro

Aufgrund des Umwegs können zahlreiche überregionale Kunden nicht mehr mit einer Tagesfahrt aus der Lausitz erreicht werden. Nach Maßgabe der täglichen Lenk- und Ruhezeiten werden streckenweise zusätzliche Übernachtungen für den Fahrer im Lkw notwendig.
Deshalb werden sich die Transportleistungen in der Lausitz weiter verteuern. Diese Mehrkosten werden Lausitzer Logistikunternehmen nicht immer an Ihre Auftraggeber weiterreichen können.

"Grundsätzlich begrüßen wir, dass die ursprüngliche Lkw-Vollsperrung der B 169 vom Tisch ist", so IHK-Vizepräsident und Logistikunternehmer Jürgen Hampel. "Auch die Erreichbarkeit der regionalen Unternehmen zwischen Klein Oßnig und Allmosen ist durch die nun verhängte Regelung zumindest sichergestellt. Jedoch werden die Mehrkosten nicht alle Logistikunternehmen in der Lausitz dauerhaft überleben", so Hampel.

Der Logistikunternehmer stellt jedoch klar, dass die jetzige Situation ein herber Kompromiss auf den kleinsten gemeinsamen Nenner sei. Er kritisiert, dass mit den Sperrungen der Ortsdurchfahrten der B 169 generell ein falsches Signal gesetzt wird und fordert, dass die Planungen für die sieben noch fehlenden Ortsumgehungen zwischen Cottbus und Schwarzheide viel schneller durch das Land Brandenburg angegangen werden müssen.

Vom Land Brandenburg muss noch geklärt werden, welche Dokumente die Lkw-Kraftfahrer bei Polizeikontrollen vorzulegen haben, wenn ein regionales Unternehmen an der B 169 z.B. in Drebkau beliefert wird oder ein Palettentausch in Allmosen vorgenommen wird.

Der hohen Bedeutung der B 169 trägt die Bundesregierung Rechnung und hat alle fehlenden Ortsumfahrungen entlang der B 169 im Bundesverkehrswegeplan in die höchste Wichtigkeitsstufe eingeordnet, dem "vordringlichen Bedarf". Bis zum Jahr 2030 sind die finanziellen Mittel zum Bau aller Ortsumfahrungen entlang der B 169 im Bundeshaushalt eingestellt. Es muss allerdings befürchtet werden, dass bis 2030 ein Vielzahl der Planverfahren der Ortsumgehungen entlang der B 169 gar nicht abgeschlossen werden können.

Jetzt liegt es am Land Brandenburg, mit dieser hohen Priorität die Planungen und den Bau der Ortsumfahrungen schnellstmöglich voranzubringen.