Teststrecke für autonome Binnenschifffahrt

Teststrecke für autonome Binnenschifffahrt

Der Hafen Königs Wusterhausen wird Teil einer innovativen Teststrecke. Dabei geht es um die autonome Binnenschifffahrt. Das Projekt wurde am Freitag, den 8.3.2019, im Zentrum für Luft- und Raumfahrt III in Wildau im Beisein von Ines Jesse, Staatssekretärin im Landesinfrastrukturministerium, vorgestellt. Das Projekt mit dem Titel "AutonomSow" ist auf der Spree-Oder-Wasserstraße angesiedelt.

Pilotprojekts zur autonome Binnenschifffahrt in Königs Wusterhausen

Hafen Königs Wusterhausen ist Teil eines innovativen Pilotprojekts

"Es geht darum, kleinteilige, autonom fahrende Einheiten zu entwickeln. Diese Schiffe können zwischen 20 und 35 Meter lang sein", beschreibt Michael Fiedler, Geschäftsführer der LUTRA GmbH, ein mögliches Zukunftsszenario. Mit Hilfe der neuen Technik sollen die Schiffe sich selbst organisieren können. „Dafür ist entsprechende Technik an Land und an Bord nötig", so Michael Fiedler.

Der am Freitag vorgestellte Zeitplan sieht vor, dass autonome Binnenschiffe 2033 unterwegs sein könnten. "Sie würden es dann ermöglichen, Großstädte wie Berlin gezielt über das Wasser zu versorgen und so die Straßen von den Lkw zu entlasten und dem Verkehrskollaps entgegenzuwirken", erläutert Michael Fiedler. Königs Wusterhausens Bürgermeister, Swen Ennullat, hob als Aufsichtsratsvorsitzender der LUTRA GmbH die Chance für die Stadt und den Hafen hervor, die mit dem Projekt "AutonomSow" verbunden ist. "Das ist eine einmalige Gelegenheit, sich mit einem innovativen Vorhaben weiter im Markt zu etablieren. Ich bin sehr stolz auf die Hafengesellschaft. Deren Geschäftsführer hat maßgeblichen Anteil daran, dass wir Teil dieses Zukunftsprojekts geworden sind."

Die Teststrecke wird im Osten begrenzt vom Hafen Eisenhüttenstadt und am westlichen Ende vom Hafen Königs Wusterhausen. Dieser liegt an der abzweigenden Dahme-Wasserstraße.

In der nächsten Zeit müssen die Voraussetzungen für dieses Pilotprojekt geschaffen werden - sowohl an Land als auch auf den Testschiffen. Diese werden von Reedereien zur Verfügung gestellt und können in den nächsten Jahren mit modernster Technik aufgerüstet werden. Doch auch an Land muss noch einiges passieren. So ist ein flächendeckendes 5G-Funknetz nötig. Weiterhin muss die Software entwickelt werden. Dafür wurde die in Wildau ansässige Alberding GmbH gewonnen. Diese ist an der Entwicklung der Geo-Informationssysteme beteiligt, die die Grundlage für das autonome System sind.

Außerdem muss auf Bundesebene die Rechtsgrundlage für autonome Schifffahrt vorangebracht werden. Und es müssen Gelder akquiriert werden. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Land Brandenburg unterstützen das Projekt "AutonomSow" bereits mit Fördermitteln. Als Schnittstelle dient der Landkreis Dahme-Spreewald mit der Innovationsinitiative Autonome Verkehrssysteme.

Im Juli 2019 soll das Projekt "AutonomSow" mit einer ersten Stufe beginnen.

Bildunterschrift: Michael Fiedler (LUTRA), Boris Kluge (Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e.V.) und Swen Ennullat (Bürgermeister Stadt Königs Wusterhausen und Aufsichtsratsvorsitzender LUTRA GmbH, v.l.). Foto: Reik Anton

Quelle: Pm Stadt Königs Wusterhausen