Wirtschaft in Südbrandenburg schwächelt

Wirtschaft in Südbrandenburg schwächelt

Die gewerbliche Wirtschaft in Südbrandenburg hat zu Jahresbeginn 2019 an Dynamik verloren. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen hat sich gegenüber Jahresbeginn 2018 um elf auf aktuell plus 49 Prozentpunkte verringert. Dennoch kann man nicht von einem Abschwung sprechen. 96 Prozent der befragten Unternehmen berichten weiterhin von einer guten bzw. befriedigenden Geschäftslage. Allerdings hat sich in allen Wirtschaftsbereichen die Konjunktur abgekühlt. In der Industrie hat vor allem die Nachfrage aus dem Ausland spürbar nachgelassen. Beim Baugewerbe verlaufen die Geschäfte saisonbedingt etwas ruhiger, obwohl die Auftragsbücher weiterhin gut gefüllt sind. Der Handel verbuchte zwar im Dezember gute Umsätze, allerdings hat dies nicht ausgereicht, um die Verluste durch den heißen Sommer auszugleichen. Die Lagebewertungen der Dienstleister sind weiterhin auf hohem Niveau, aber auch hier hat die Euphorie nachgelassen.

Schwächeres Wachstum - Unsichere Aussichten für die regionale Wirtschaft

Die Geschäftsaussichten der Unternehmen sind gegenüber den vorherigen Umfragen gedämpfter. Die Mehrheit der Befragten rechnet zwar für die kommenden Monate mit einer moderaten Entwicklung, allerdings hat die Unsicherheit spürbar zugenommen. Für 64 Prozent der Unternehmen ist nach wie vor das größte Problem der Fachkräftemangel.

"Ein wachsendes Risiko sehen die Unternehmen auch in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Auch wenn jetzt ein konkreter Zeitplan für den Kohleausstieg vorliegt, sind die damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Region noch nicht abschätzbar. Hinzu kommen die hohen Steuerabgaben, die steigenden Arbeitskosten, die anziehenden Gewerbemieten und der fast unüberschaubare Dschungel von neuen Gesetzen und Verordnungen, die die Unternehmen belasten", erklärt Marcus Tolle, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus.

Vor allem im Baugewerbe und im Handel ist der Anteil der Skeptiker gestiegen. Viele Bauunternehmen sind an ihrer Kapazitätsgrenze, ihnen fehlt das Personal, um der nach wie vor hohen Nachfrage gerecht zu werden. Die Einzelhändler befürchten eine nachlassende Kaufbereitschaft der Konsumenten und die Großhändler eine schwächere Nachfrage der gewerblichen Wirtschaft. Die Industrie ist etwas zuversichtlicher als im Herbst, allerdings bereitet den exportorientierten Unternehmen die Entwicklung auf dem internationalen Markt zunehmend Sorge. Die Dienstleister gehen überwiegend von einer gleichbleibenden Geschäftslage aus.

Trotz der verhaltenen Erwartungen sind sowohl die Investitionsbereitschaft als auch die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen weiterhin auf hohem Niveau.

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IHK Cottbus
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