Sicherheitsbereitschaft für Jänschwalder Krafwerksblock

Veröffentlicht: Montag, 1. Oktober 2018, 11:49 Uhr

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Cottbus / Jänschwalde. Kurz vor 17 Uhr wurde heute der 500-MW-Block F des Kraftwerkes Jänschwalde vom Stromnetz getrennt. Damit geht der erste von insgesamt zwei 500-MW-Kraftwerksblöcken in die politisch verordnete Sicherheitsbereitschaft, mit der Deutschland insgesamt 12,5 Millionen Tonnen CO2 netto einsparen will. "Die Energiewirtschaft im Osten Deutschlands leistet einmal mehr ihren Beitrag für Deutschlands ehrgeizige Klimaziele. Wie schon zu Beginn der 90iger-Jahre muss die Lausitz eine rückläufige Wertschöpfung hinnehmen und Arbeitsplätze in der Energiewirtschaft opfern, für die es bislang keinen adäquaten Ersatz gibt", so der Vorstandsvorsitzende der Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG (LEAG), Dr. Helmar Rendez.

Jänschwalder Krafwerksblock geht vom Netz

Am 1. Oktober 2018 beginnt die Sicherheitsbereitschaft für den 500-MW-Block F

Vier Jahre dauert die Sicherheitsbereitschaft. Während dieser Zeit muss der Block innerhalb von zehn Tagen nach Aufruf durch den Übertragungsnetzbetreiber anfahrbereit und nach weiteren maximal 24 Stunden mit voller Leistung am Netz sein. Mit Ende der vierjährigen Bereitschaftszeit wird er endgültig stillgelegt. Block E soll am 1. Oktober 2019 in die Sicherheitsbereitschaft folgen und wird im Jahr 2023 stillgelegt. "Die ostdeutsche Braunkohlenwirtschaft hat sich in den vergangenen 25 Jahren beispielhaft erneuert. Wir sind ein hoch moderner, durchdigitalisierter Industriezweig. Trotz dieser Leistungen hat die Bundesregierung den Druck auf die Lausitz weiter erhöht. Unser Revierkonzept, mit dem wir auf 850 Millionen Tonnen Kohle verzichten und das kompatibel mit Deutschlands internationalen Klimaverpflichtungen ist, muss die Anlegekante für die künftige Ausrichtung der Energiewirtschaft in der Lausitz sein", so Helmar Rendez.

Unternehmensweit werden durch die Sicherheitsbereitschaft etwa 600 Stellen in den nächsten Jahren nicht mehr neu besetzt. Auch Servicepartner werden betroffen sein. "Heute ist ein schwerer Tag für uns Kraftwerker. Einen modernen und flexiblen Kraftwerksblock abschalten zu müssen, fällt nicht leicht. Ich danke allen Kollegen und Servicepartnern für die jahrelange Arbeit an Block F und sichere zu, dass wir im Falle des Bedarfs, den Block rechtzeitig zur sicheren Energieversorgung in Deutschland anfahren können", sagte Andreas Thiem, der Leiter des Kraftwerkes Jänschwalde.

Block F ging am 17. November 1988 erstmals ans Stromnetz. Seit März 1989 produzierte er im Dauerbetrieb rund 105.000 Gigawattstunden Strom. Fast 30 Jahre lang deckte er so den Strombedarf von rund einer Million Haushalten. In den 1990er Jahren wurde er mit modernster Umwelttechnik nachgerüstet. Von 1994 bis zum Jahr 2014 wurde schrittweise neueste Turbinentechnik eingebaut, sodass der Wirkungsgrad deutlich gesteigert und damit die CO2-Emissionen gesenkt werden konnten.

Als Erweiterung des Energiewirtschaftsgesetzes wurde die Sicherheitsbereitschaft am 30. Juni 2016 neben der Netzreserve und der Kapazitätsreserve als weiteres Steuerungsinstrument beschlossen. Sie stellt die letzte Option zur Gewährleistung der Netzstabilität dar. Sie gilt in Deutschland ausschließlich für Braunkohlenkraftwerke. Insgesamt sind von ihr 2.700 MW Braunkohlenkraftwerkskapazität betroffen. Diese Leistung entspricht 13 Prozent der gesamten in Deutschland installierten Braunkohlenkraftwerkskapazität, die mit Stilllegung der letzten Blöcke im Oktober 2023 vom Netz gehen wird.

Quelle: LEAG