Besuch im LEADER-Gebiet Kottmar

LEADER-Gebiet Kottmar

Staatsminister Thomas Schmidt hat heute (28. Mai 2018) das LEADER-Gebiet "Kottmar" im Landkreis Görlitz besucht. Bei den Besuchen in Kottmar (Ortsteil Obercunnersdorf) und in Herrnhut informierte sich der Minister über die Umsetzung des LEADER-Programms und über traditionelle Bauprojekte, die mithilfe der Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER) unterstützt werden.

Staatsminister Schmidt besucht das LEADER-Gebiet "Kottmar"

"Der Besuch im LEADER-Gebiet 'Kottmar' zeigt, wie vielfältig die Vorhaben sein können, die mit LEADER unterstützt werden - die heute besuchten Projekte werden die traditionelle Besonderheit der Region weiter bereichern", sagte der Staatsminister. "Die großen Freiheiten der LEADER-Gebiete, drücken sich auch in deren hervorragender kreativer Umsetzung aus."

Die Region verfolgt ihre Strategie unter dem Leitsatz "Region Kottmar - Inspiration, Tradition und Wandel". Mit knapp 33 000 Einwohnern ist das Gebiet eines der kleineren sächsischen LEADER-Gebiete. Die Städte Ebersbach-Neugersdorf und Herrnhut, sowie die Gemeinden Kottmar und Oderwitz hatten bereits seit dem Jahr 2007 eine ILE-Region gebildet und sich ab dem Jahr 2014 in gleicher Konstellation als LEADER-Gebiet zusammengeschlossen. Bis zum Jahr 2020 steht dem Gebiet ein Budget von rund 6,4 Millionen Euro zur Verfügung, mit dem Vorhaben gefördert werden können.

"Ich freue mich, dass die LEADER-Gebiete viele Vorhaben verwirklichen - trotz der derzeit hohen bürokratischen Hürden bei der Umsetzung europäischer Programme. Antragsteller und Verwaltungsbehörden werden damit stark belastet", sagte Staatsminister Schmidt. "Mit unserem Vorschlag ‚ELER-Reset‘ zielen wir deshalb auf Vereinfachungen in der EU-Förderperiode nach dem Jahr 2020 ab. Beispielsweise sollte das Regelwerk deutlich entschlackt, die Kontrollen auf ein verhältnismäßiges Maß zurückgeführt und auf Sanktionen für reine Formfehler verzichtet werden." Das sächsische Papier ist auf EU-Ebene auf breite positive Resonanz gestoßen und maßgeblicher Bestandteil der jetzt vorliegenden Kommissions-Vorschläge zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach dem Jahr 2020.

Den Besuch der LEADER-Region startete der Staatsminister im Kottmarer Ortsteil Obercunnersdorf. Der Ort gehört zu den schönsten Dörfern Ostsachsens mit seinen einmaligen Umgebindehäusern. Die einzigartige Verbindung von Blockstube und Fachwerkbau macht sie zu einer der bedeutendsten Volksbauweisen in Europa. Rund 250 denkmalgeschützte Umgebindehäuser bilden ein sehenswertes Ensemble, dessen Erhaltung für die Eigentümer Verpflichtung und Herausforderung zugleich ist. Bei seinem Rundgang informierte sich der Minister über drei denkmalgeschützte Häuser0 am Brückenweg und an der Hauptstraße, die mit Hilfe von LEADER-Mitteln in Höhe von fast 124 000 Euro saniert und erhalten werden konnten. "Die Häuser unserer Vorfahren und die Struktur unserer Dörfer sind Teil unserer Heimat. Die Menschen im ländlichen Raum identifizieren sich damit," sagte Staatsminister Schmidt. "Der Erhalt unserer ländlichen Baukultur findet sich als Ziel in allen 30 sächsischen LEADER-Gebieten."

Im Anschluss besichtigte der Staatsminister den ehemaligen Bahnhof in Herrnhut. Er soll als hochwertiger und innovativer denkmalgeschützter Standort für kleine regionale Ladengeschäfte wieder eine stadtbildprägende Funktion und eine zum Gebäude passende Nutzung erhalten. Neben dem Umbau des gesamten Gebäudes mit einer Gewerbefläche von dann insgesamt fast 500 Quadratmetern soll dort auf rund 200 Quadratmetern ein Café mit eigener Eisherstellung eingerichtet werden. "Die Suche nach einer neuen Nutzung des Bahnhofs ist eine häufige Bauaufgabe unserer Dörfer und kleinen Städte. Die zumeist großen Gebäude prägen den Ort und liegen oft zentral. Hier in Herrnhut ist die Revitalisierung sehr erfolgreich gewesen", betonte der Minister.

Anschließend besucht der Staatsminister heute ein weiteres LEADER-Gebiet im Landkreis Görlitz: Das LEADER-Gebiet "Östliche Oberlausitz".

Hintergrundinformationen:

Nach den guten Erfahrungen mit der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) in der vergangenen Förderperiode hatte der Freistaat Sachsen den Regionen für 2014 bis 2020 noch größere Gestaltungsmöglichkeiten in der regionalen Entwicklung eröffnet und mehr Verantwortung bei der Verwendung der Fördermittel übertragen. Bei der Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums setzt der Freistaat Sachsen wie kein anderes Bundesland auf das LEADER-Prinzip: Die Akteure im ländlichen Raum können nahezu flächendeckend die Vorteile eigenständiger Strategien einschließlich der Verantwortung für ihr Budget nutzen. Die Regionen erhalten dafür mit 427 Millionen Euro 40 Prozent der Mittel des sächsischen Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum (EPLR). Mit diesem hohen Anteil ist der Freistaat Sachsen europaweit an der Spitze.

Nach dem Aufruf des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) haben sich 30 sächsische Regionen gebildet und sich mit ihren Entwicklungsstrategien um die Anerkennung als LEADER-Gebiet beworben. Das SMUL genehmigte alle Strategien im April 2015. Die LEADER-Gebiete bestimmen nun in einem transparenten Verfahren selbst, welche Projekte in welcher Höhe gefördert werden. Die Strategien sind die Basis für thematische Aufrufe, nach denen sich Bürger, Unternehmen, Vereine und Gemeinden um eine Förderung bewerben können. Ein Entscheidungsgremium wählt nach den regionalen Prioritäten die Vorhaben aus. Die Bewilligung der Förderung erfolgt durch die jeweiligen Landratsämter.

LEADER (französisch: "Liaison entre actions de développement de l'économie rurale") ist eine Initiative der Europäischen Union zur Entwicklung der ländlichen Räume unter maßgeblicher Mitarbeit der Bevölkerung. Die finanzielle Unterstützung der ländlichen Entwicklung im Rahmen von LEADER erfolgt aus ELER-Mitteln sowie aus sächsischen Landesmitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes Weiterführende Links:

Internet

Quelle: SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft