IHK Konjunkturumfrage Südbrandenburg

Die Südbrandenburger Wirtschaft befindet sich in einer sehr guten Verfassung. Die Unternehmen schätzen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen überwiegend mit gut bis sehr gut ein. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage Frühjahr 2018 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus.

Gute Lage und positive Erwartungen bei wachsender Ungewissheit

Die Umfrage ergab im Durchschnitt ein sehr positives Stimmungsbild der Geschäftslage. 61 Prozent der Befragten berichten von einer guten und nur 4 Prozent von einer schlechten Geschäftslage. Damit liegt der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen mit 57 Punkten deutlich im Plus. Zum Vergleich: Im Frühjahr 2017 betrug der Saldo noch 47 Pluspunkte. Dazu tragen insbesondere die sehr gut laufenden Geschäfte im Bau, im Handel und im Dienstleistungsbereich bei.

Bei den Geschäftserwartungen bleiben die Südbrandenburger Unternehmen ebenfalls zuversichtlich. 89 Prozent erwarten einen besseren bzw. einen gleichbleibenden Geschäftsverlauf. Besonders optimistisch ist das Baugewerbe. Auch die Dienstleister und die Industrie rechnen mit weiterem Wachstum. Dagegen sieht der Handel das Wachstumspotenzial ausgereizt.

Auf Risiken für ihre weitere Entwicklung angesprochen, geben 66 Prozent der Betriebe an, kein geeignetes Fachpersonal zu finden. Erhebliche Risiken werden von 48 Prozent auch in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gesehen - z. B. bürokratische und steuerpolitische Hemmnisse. Darauf folgen als Risiken mit 42 Prozent die Entwicklung der Arbeitskosten und mit 36 Prozent die Energie- und Rohstoffpreise.

Die Investitionsbereitschaft bleibt hoch. 41 Prozent der investitionswilligen Unternehmen wollen ihre Ausgaben erhöhen. Auch die Beschäftigtenzahl wird voraussichtlich weiter steigen. 20 Prozent der Betriebe planen Neueinstellungen.

"Die Konjunktur läuft sehr gut. Eine so lange Hochphase wie im Frühjahr 2018 ist fast einmalig. Aber der Wind wir rauer. Die Unternehmen stoßen an Kapazitätsgrenzen und die politischen Rahmenbedingungen sind schwierig. So greift der Protektionismus global immer weiter um sich. In dieser Situation wird der aktuelle konjunkturelle Rückenwind zu wenig genutzt, um den Standort Deutschland zukunftsfähig aufzustellen. Die Rahmenbedingungen für Investitionen, die Ausgestaltung der Steuern oder auch Bürokratie belasten die Unternehmen. Diese Probleme spiegeln sich deutlich in den Top-Risiken wider, die von den Unternehmen für ihre wirtschaftliche Entwicklung genannt werden", erklärt Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus.

Geschäftslage und Erwartungen in den einzelnen Verwaltungsbezirken

Geschäftslage und Erwartungen in den einzelnen Verwaltungsbezirken

IHK-Konjunkturergebnisse nach Branchen

Die Geschäftslage der Industrie hat sich auf dem hohen Niveau des Vorjahres stabilisiert. 57 Prozent der Industriebetriebe geben Ihre Geschäftslage mit gut, 40 Prozent mit befriedigend und nur 3 Prozent mit ungünstig an.

Gute Geschäfte verzeichnen z. B. der Maschinenbau, die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren sowie von chemischen Erzeugnissen. Erfreulich ist, dass nicht nur die Binnennachfrage anstieg, sondern auch die Exporte deutlich gewachsen sind. Die Erwartungen der Industrie signalisieren, dass sich dieser positive Trend konsolidieren wird, wenn auch die Dynamik etwas nachlassen könnte. Risiken sehen die Unternehmen beim Fachkräftemangel, den Energie- und Rohstoffpreisen und bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Zudem ist die Industrie von den protektionistischen Tendenzen im Welthandel stärker betroffen als andere Branchen.

Die Geschäftslage im Baugewerbe bewegt sich auf einem Rekordniveau. Ein Spitzenwert von 70 Prozent der Betriebe schätzt seine aktuelle Geschäftslage als gut ein, weitere 25 Prozent mit befriedigend. Konjunkturtreiber ist vor allem der Straßen- und Tiefbau. Steigende Auftragseingänge gab es zudem im gewerblichen und industriellen Hochbau. Viele Baubetriebe stoßen jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen. Dennoch haben sich gegenüber der schon sehr guten Erwartungshaltung vom Vorjahr die Aussichten im Frühjahr 2018 weiter verbessert. Das zeigt sich insbesondere darin, dass 100 Prozent der befragten Bauunternehmen auch künftig investieren wollen. Das größte Entwicklungsrisiko stellt für 86 Prozent der Baubetriebe der Fachkräftemangel dar.

Im Handel hat sich die Stimmung gegenüber dem Vorjahr weiter aufgehellt. 42 Prozent der Händler bezeichnen ihre Geschäftslage als gut, weitere 52 Prozent als befriedigend. Steigende Einkommen und das niedrige Zinsniveau regen die Konsumlaune an. Zum guten Ergebnis tragen u. a. die steigenden Umsätze im stationären Einzelhandel bei. Der Online-Verkauf wächst ebenfalls weiter, wenn auch die aus den letzten Jahren gewohnten Zuwachsraten etwas nachgelassen haben. Dennoch blickt der Handel mit einer gewissen Skepsis in die Zukunft. Insgesamt ist allerdings eine stabile Entwicklung zu erwarten, da insbesondere der Großhandel auch künftig mit guten Geschäften rechnet. Belastet sehen sich die Händler durch hohe Arbeitskosten und fehlende Fachkräfte.

Die Dienstleister haben ihr Wachstum der vergangenen Jahre fortgesetzt. 67 Prozent bezeichnen ihre Lage als gut, weitere 29 Prozent als befriedigend. Vor allem die unternehmensnahen Dienstleister berichten von guten Geschäften. Die Nachfrage im privaten Sektor - zum Beispiel Gesundheitsleistungen, Sicherheit und Bildung - hat ebenfalls zugenommen. Die Erwartungen der Dienstleister signalisieren, dass sich der positive Trend, wenn auch etwas gedämpfter als bisher, fortsetzen wird. Die Investitionsbereitschaft der Branche ist nach wie vor hoch. Ausgaben sind vor allem für den Ersatzbedarf geplant. Die größten Geschäftsrisiken sehen auch die Dienstleister im Fachkräftemangel.

Download Konjunkturumfrage Frühjahr 2018 der IHK Cottbus

Der Kammerbezirk der IHK Cottbus umfasst die kreisfreie Stadt Cottbus sowie die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße.

Autor und Kontakt

IHK Cottbus
Goethestraße 1
03046 Cottbus

IHK Cottbus im Branchenbuch Lausitz.