walter services in Cottbus: Arbeitgeber droht

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Arbeitgeber behindert Betriebsrat und droht mit Standortschließung

Bei der Callcenterfirma walter services mit rund 350 Beschäftigten in Cottbus gibt es derzeit heftige Auseinandersetzungen. Der Arbeitgeber hat gegenüber der Belegschaft angekündigt, dass er mit der kürzlich wiedergewählten Betriebsratsvorsitzenden nicht zusammenarbeiten wird. Sollte sich das Gremium nicht anders aufstellen, drohte er an, den Standort schließen und die mehr als 350 Beschäftigten entlassen zu wollen. Außerdem stellte er fest, dass das Vertrauensverhältnis zum Betriebsrat zerrüttet sei. Der Arbeitgeber forderte die Beschäftigten auf, auf den Betriebsrat aktiv einzuwirken und diesen personell anders aufzustellen.

Mit derartigen Methoden ein rechtmäßig gewähltes Gremium zu beeinflussen, ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch ungesetzlich. Damit wird der Betriebsfrieden massiv gestört und die Arbeit des Betriebsrates behindert. Daher hat ver.di nun beschlossen, Strafantrag nach § 119 Betriebsverfassungsgesetz zu stellen. Auch ein Beschlussverfahren auf Unterlassung wird derzeit vorbereitet.

"Diese massiven Angriffe auf Betriebsräte können wir als zuständige Gewerkschaft nicht dulden. Hier sehen wir auf jeden Fall eine rote Linie mehr als deutlich überschritten. Wer mit der Existenz von Beschäftigten spielt und Betriebsräte derart behindert, muss mit entsprechenden Konsequenzen rechnen. Ein solches Verhalten können wir nicht stillschweigend akzeptieren, es wäre ein fatales Signal für die anderen Standorte des Unternehmens und deren Betriebsräte ", so Benjamin Roscher, zuständiger ver.di-Fachbereichsleiter.

Das Unternehmen walter services ist ein bundesweit tätiges Unternehmen mit mehreren Call Centern. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ist trotz der schwierigen Situation weiterhin gesprächsbereit und erwartet vom Arbeitgeber die Rückkehr zur Zusammenarbeit mit der Betriebsratsvorsitzenden sowie ein Bekenntnis zum Standort Cottbus.

Quelle: ver.di