Amtsgericht Kamenz zur Nutzung übergeben

Veröffentlicht: Dienstag, 8. Mai 2018, 10:09 Uhr

Amtsgericht Kamenz zur Nutzung übergeben

Nach Abschluss der Bauarbeiten, wird heute das Amtsgericht Kamenz vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) feierlich zur Nutzung übergeben.

Amtsgericht Kamenz - Bauarbeiten abgeschlossen

Die von der SIB-Niederlassung Bautzen betreute Maßnahme umfasste unter anderem umfangreiche Sanierungs- und Brandschutzarbeiten. Der Gebäudekomplex wurde zudem um den Neubau eines Verbindungsgebäudes zwischen den Bestandbauten Haus A und Haus B erweitert.

Der Freistaat Sachsen investierte in das Vorhaben rund 2,73 Millionen Euro. Diese Baumaßnahme wird finanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

Die gesamte Maßnahme verteilte sich auf drei Bauabschnitte. Zum Bauprogramm des ersten Bauabschnitts gehörte die Verlegung der Vorführzellen von Haus B in Haus A. Zusätzlich wurde ein Personal- und Übergaberaum eingerichtet. Dazu musste die vorhandene Teilunterkellerung trockengelegt und der Fußboden um etwa 20 Zentimeter abgesenkt werden. Die Maßnahme wurde im Zeitraum August 2010 bis März 2011 durchgeführt.

Im zweiten Bauabschnitt wurden zwischen September 2013 bis März 2014 umfangreiche Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen durchgeführt. Hierzu zählen der Einbau von Brandschutztüren in den Gebäuden und die Schaffung eines zweiten Rettungsweges in Haus A. Der Sitzungssaal wurde zudem aus dem Obergeschoss in das Erdgeschoss im Haus B verlegt. Entsprechend der bautechnischen Richtlinien zur Sicherheit in Gerichten und Staatsanwaltschaften wurden unter anderem alle Außentüren angepasst und eine Notrufalarmierung installiert. Die Einbruch- und Brandmeldeanlage wurde erweitert.

Den Abschluss der gesamten Baumaßnahme bildete der dritte Bauabschnitt zur Errichtung des neuen Verbindungsgebäudes. Die Maßnahme fand im Zeitraum vom Oktober 2016 bis April 2018 statt. Neben der witterungsgeschützten, barrierefreien Verbindung von Haus A und B, entstand mit diesem Baukörper ein neuer, signifikanter Haupteingang für beide Gebäude des Amtsgerichts. Der Eingangsbereich konzentriert künftig Wache, Sicherheitskontrolle sowie Poststelle an einem Punkt und entspricht damit den erhöhten Sicherheitsanforderungen an Gerichtsgebäuden. Das gläserne Gebäude mit seiner filigranen Konstruktion wirkt leicht und transparent, so dass sich diese schlichte Architektur rücksichtsvoll und ablesbar in die vorhandene Umgebung aus denkmalgeschützten Gebäuden einfügt. Im Zuge der Baumaßnahme wurden die Räume in Haus A neu angeordnet und die Außenanlagen umgestaltet.

An der Gesamtmaßnahme waren zu 100 Prozent sächsische Firmen aus dem Raum Dresden und der Oberlausitz beteiligt.

Zur Geschichte des Gebäudes

Die Gebäude an der Macherstraße sind von baugeschichtlicher Bedeutung für Kamenz und straßenbildprägend. Die um 1900 für militärische Zwecke erbauten Gebäude zeichnet eine wechselvolle Geschichte der Nutzung aus. Nach 1945 bezog beispielsweise die Rote Armee hier ihr Quartier. In den 1950er Jahren wurde die Liegenschaft als Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der DDR genutzt. Nach kurzzeitiger Übernahme durch die Bundeswehr zog schließlich Anfang der 1990er Jahre das Amtsgericht Kamenz in die Gebäude Haus A und B.

Quelle: Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement