Regional ist das neue Bio

Veröffentlicht: Dienstag, 3. April 2018, 11:57 Uhr

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und ODW-Chef Uwe Bucken für Gemeinsamkeit in der Regionalwerbung unter einer Marke

Uwe Bucken: "Regional ist das neue Bio. Unsere Produkte gehören auch in unsere Geschäfte"

Noch kurz vor Ostern besuchte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski gemeinsam mit Marketingkoordinatorin Janine Kauk und Wirtschaftsförderer Jens Zwanzig die ODW Frischprodukte GmbH im Werk Elsterwerda. Er wollte sich über die aktuelle Situation der Milchverarbeitung im Landkreis informieren und suchte Schnittstellen, wie man die hiesige ländliche und strukturschwache Region mit Wirtschaftsunternehmen marketingmäßig gemeinsam voranbringen kann. In seiner Einführung warb der Landrat für die vor Monaten geborene Idee einer Vermarktung des Landkreises als Gebietskörperschaft und der hier ansässigen Unternehmen. Die Nutzung einer einheitlichen Marke, eine gemeinsam abgestimmte Werbung auf Messen und Ausstellungen, bei der die Region beworben wird und in der sich die hier lebenden Menschen wiederfinden, ist das große Ziel der Aktivitäten. Geschäftsführer Uwe Bucken hörte dieses Ansinnen sehr gern obwohl er weiß, Milch und deren Verarbeitung ist ein globales Thema. Dennoch, 50 % der von der ODW verarbeiteten Milch kommt aus der Region, der Rest aus dem Berliner Umland. Also ganze 100 % Milch aus Brandenburg.

Seit dem Übergang von Campina zu ODW sind in den letzten Jahren 40 Millionen Euro am Standort investiert worden. Darauf sei man stolz und man konnte sich als Milchverarbeiter breiter aufstellen mit nunmehr 287 verschiedenen Artikeln. Darunter z.B. mit der eigenen Fruchtzubereitung für Jogurt. Allein hier sind 20 neue Arbeitsplätze entstanden. ODW ist eben nicht nur Milch und Quark, die Palette reicht bis Babynahrung. Aber, Arbeits- und Fachkräfte seinen ein Riesenthema für die ODW Elsterwerda, resümierte Uwe Bucken. Der Markt hier ist sehr ausgedünnt, auch die Zukunft sieht nicht rosig aus, obwohl zusätzlich in fünf Berufsgruppen ausgebildet wird. Hoffnung bieten die Rückkehrer. Dies merke man im Unternehmen deutlich. Schon allein dieser Fakt bewegt Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, gemeinsam aktiv zu werden. In die Dachmarke "Mark Brandenburg" hat der Verbraucher seit 10 Jahren Vertrauen. Nicht zuletzt, weil Milch tatsächlich zu 100 % aus Brandenburg kommt. Doch man müsse die Marke "Mark Brandenburg" wieder so verändern, das sie auf den Stand von vor 20 Jahren kommt. Qualität mit Regionalität verbinden, sei ein Schlüsselwort. Dazu müssen auch die Landwirte mit ins Boot, die sich mit den Unternehmen identifizieren, denn schließlich verarbeiten sie deren Produkte und senden sie von hier aus, also Elbe-Elster, quasi in die Welt. Den Menschen hier muss klar sein, dass die Dachmarke "Mark Brandenburg" auch in Elbe-Elster produziert wird. Das ist nicht immer einfach.

Marketingkoordinatorin Janine Kauk ist deshalb im regelmäßigen Austausch mit allen Akteuren. Sie weiß, fernab vom Berliner Speckgürtel unterliegen alle Regionen einer Bonitätsprüfung. Dinge, die von hier kommen oder produziert werden, werden erstmal herabgestuft, unterliegen Vorurteilen, allein weil sie vom Lande kommen und fern der Ballungszentren liegen. Wirtschaftsförderer Jens Zwanzig weiß zwar, mit dem Regionalsiegel Elbe-Elster sei man seit Jahren erfolgreich. Allerdings erreiche man eben nur hier ansässige und kleinere Betriebe. Im größeren Verbund könnte der Warenvertrieb regionaler Produkte besser funktionieren, ob direkt oder online. Ein größeres Gebilde mit Vertretern der Wirtschaft, des Tourismus oder z.B. der Kultur unter einem Dach und mit einer Marke, könnte die Zukunft sein. Eine neue Marketingkampagne sollte hier zu einem Netzwerk aller Akteure führen, eine, die regionale Identität schafft. Die Gesprächspartner waren sich einig, Elbe-Elster bietet jede Menge Potential. Gemeinsame Vermarktungs- und Entwicklungsstrategien und Marketingmaßnahmen mit einem Regionalsiegel sind dabei wichtige Punkte. Für Uwe Bucken machen diese Maßnahmen Sinn, denn auch die Handelsketten fragen nach der Regionalität der Produkte, hier entsteht der Mehrwert. Landkreis und Wirtschaft bleiben im Gespräch, denn, Uwe Bucken machte es deutlich: "Unsere Produkte gehören auch in unsere Geschäfte."

Quelle: PM Landkreis Elbe-Elster