Lausitzer Know-how für Chinas Kohleregion

 Wirtschafts- und Regierungsvertreter aus Chinas

Lausitzer Firmen der Bergbau- und Kraftwerkstechnik im Dialog mit Chinas bedeutendster Kohleregion

Die Kompetenzen der Lausitzer Bergbau- und Kraftwerkstechnik wecken zunehmend internationales Interesse. Sieben Wirtschafts- und Regierungsvertreter aus Chinas bedeutendster Kohleregion Shanxi besuchten am 8. März die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus, um sich über das technologische Know-how Südbrandenburger Unternehmen zu informieren. Initiiert wurde der Besuch auch von Gerard Pieper, Geschäftsführer der Pieper Innovationsgesellschaft mbH aus Lübbenau/Spreewald.

Die vier Lausitzer Unternehmen LEAG Lausitz Energie Bergbau AG, Actemium BEA GmbH, KSC Anlagenbau GmbH, ARCUS Technologie GmbH und der Lehrstuhl Kraftwerkstechnik an der BTU Cottbus-Senftenberg präsentierten aktuelle Projekte und Aktivitäten in der Braunkohlenutzung. Besondere Aufmerksamkeit fanden die technologischen Entwicklungen in der Kraftwerkstechnik sowie neue technische Verfahren zur Erhöhung des energetischen Wirkungsgrades und zur Reduktion von CO²-Emmissionen. Auch Lösungen im Anlagenbau zur Förderung von Massenschuttgütern sowie im Elektro- und Automatisierungsanlagenbau stießen auf Interesse.

"Chinas Kohleregion Shanxi kann für unsere Unternehmen eine interessante Zielregion sein, weil das technologische Know-how, die Produkte und die Dienstleistungen der Lausitzer hier besonders gefragt sein dürften. Erste Informationen und Kontakte haben unsere Unternehmen ausgetauscht. Nun gilt es, am Ball zu bleiben und die Beziehung zu pflegen", betont IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Krüger. "Als IHK unterstützen wir unsere Unternehmen der Bergbau- und Kraftwerkstechnik mit allen Kräften damit sie in internationalen Märkten besser Fuß fassen können - auch im Rahmen der Netzwerkinitiative Mining & Generation Technology (MinGenTec) made in Brandenburg."

Denn die aktuelle "Potenzialanalyse der Bergbau- und Kraftwerkskompetenzen in Berlin und Brandenburg" hat gezeigt, dass 86 Prozent der betreffenden Unternehmen zwar international aktiv sind, doch zwei Drittel Auslandsumsätze von weniger als 10 Prozent verzeichnen. Als potenzieller Zielmarkt ist China im Fokus - neben Russland, Australien, Kanada, Chile und Indien.

Dass der chinesische Markt immer wichtiger für die Brandenburger Wirtschaft wird, belegen aktuelle Exportzahlen. "Die Exportumsätze nach China legten 2017 um mehr als 12 Prozent gegenüber 2016 zu", berichtet Silke Schwabe, IHK-Geschäftsbereichsleiterin International/Innovation. "Damit steht China mittlerweile an elfter Stelle bei Brandenburgs Top-Exportmärkten. Und das Land wird zunehmend umweltbewusster, so dass auch im Export von Umwelttechnologien, in der Sanierung und Renaturierung Potenziale liegen."

Shanxi ist eine Provinz im Norden Chinas, die über reiche Kohlevorkommen verfügt. Mit rund 200 Milliarden Tonnen liegen hier ein Drittel der gesamten Kohlevorkommen Chinas. Weitere Wirtschaftszweige sind die Aluminiumproduktion, Stahlherstellung, Kupferverarbeitung sowie der Maschinenbau und die chemische Industrie.

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