Mit dem Mauersegler unter einem Dach

Mauersegler

Luckauer Wohnungsgenossenschaft engagiert sich für Mauersegler

Luckauer Weltenbummler erhalten neues Zuhause

Die Bewohner "An der Schanze" in Luckau haben ein Herz für unsere Vogelwelt, das zeigen gerade in der Winterzeit die verschiedenen Vogelfütterungen. Dass man in den letzten Jahren mit einer außergewöhnlichen Vogelart -den Mauerseglern- unter einem Dach gelebt hat, wussten die Wenigsten.

Wegen anstehender Reparaturarbeiten sind in einem gemeinsamen Projekt der Wohnungsgenossenschaft Luckau eG mit Unterstützung der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald insgesamt 21 neue Mauerseglernisthöhlen angebracht worden.

Mauersegler (Apus apus) sind "Kulturfolger", die seit Jahrhunderten in unseren Behausungen Nischen zum Brüten finden. Das Problem heute besteht darin, dass viele Gebäude saniert sind und auf die Bedürfnisse der gebäudebewohnenden Vögel häufig keine Rücksicht genommen wird.

Deshalb ist zu befürchten, dass ohne aktive Schutzmaßnahmen diese beeindruckenden Ausdauersportler unter den Vögeln, die über Jahrhunderte mit ihren Flugspielen und Rufen die Sommerabende unserer Städte belebten, aus dem Siedlungsbild ebenso unaufhaltsam verschwinden werden, wie sie es einstmals für sich erobert haben. Mauersegler gehören deshalb zu den besonders geschützten Tierarten nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

Die wohl erstaunlichste Leistung des Mauerseglers ist sein Dauerflug.
Mauersegler berühren festen Grund nur im Zusammenhang mit dem Brutgeschäft. Auf Grund des massiven Rückgangs an Nisthöhlen ist also wahrscheinlich, dass ein Jungtier, sobald es das Nest verlassen hat, bis zu 5 Jahre ohne Unterbrechung fliegt, bis es sich erstmals eine Nisthöhle erkämpft oder gefunden hat.

Der älteste bekannte Mauersegler wurde 21 Jahre alt. Er wurde als Nestling in der Schweiz beringt und das letzte Mal im Alter von 21 Jahren dort kontrolliert. Man schätzt, dass er es in seinem Leben auf ca. 4 Millionen Flugkilometer gebracht hat. Damit hat er 97mal die Erde umkreist.

Wussten Sie, dass Mauersegler genetisch mit den Kolibris und nicht mit unseren Schwalben verwandt sind?
Schwalben und Mauersegler gehören verschiedenen Ordnungen an. Ihre gewisse Ähnlichkeit beruht darauf, dass sich beide Arten auf die gleiche Weise ernähren, indem sie Insekten im Flug erbeuten und sich deshalb schnell und wendig in der Luft bewegen.
Auf den Mauerseglern lastet ein nicht auszurottendes Vorurteil, sie sollen angeblich die Fassaden mit Kot verschmutzen. Deshalb sind viele Hausbesitzer nicht bereit, das Anbringen von Mauerseglerniststätten zu gestatten. Da viele Menschen den Unterschied zwischen Schwalben und Mauerseglern nicht kennen, kommt es zu diesem verheerenden Missverständnis. Der Mauersegler selbst ist einer der saubersten Nistkastenbewohner, er hinterlässt fast keinen Kot im und um den Brutplatz.

Ein besonderer Dank gilt Frau Budemann und Frau Klaucke von der Wohnungsgenossenschaft Luckau eG für ihre Bereitschaft und ihr Engagement.

Quelle: PM Landkreis Dahme-Spreewald