Konjunktur der Niederlausitzer Wirtschaft im Zehnjahres-Hoch

Konjunktur in Niederlausitz/Südbrandenburg hat das beste Niveau des vergangenen Jahrzehnts

Die Niederlausitzer-Südbrandenburger Wirtschaft befindet sich aktuell in ausgezeichneter Verfassung. Im Herbst 2017 hat der Saldo aus guten und schlechten Bewertungen das beste Niveau des vergangenen Jahrzehnts erreicht. Die Aussichten sind ebenfalls positiv, die Unternehmen wollen weiterhin investieren und Beschäftigung ausbauen. Das ergibt die Auswertung der Konjunkturumfrage Herbst 2017 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus.

"Die außergewöhnlich gute Geschäftslage überdeckt allerdings, dass erhebliche wirtschaftspolitische Probleme bestehen", erklärt Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus. "Zwei Drittel der Unternehmen sehen im Fachkräftemangel ein akutes Risiko. Viele Betriebe leiden unter hohen Energiepreisen und steigenden Arbeitskosten. Zudem beruht die gegenwärtig hohe Konsumbereitschaft auch auf der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank."

Bei der aktuellen Geschäftslage liegt der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen der befragten Unternehmen mit 55 Prozentpunkten im Plus und hat sich damit seit 2006 verdoppelt. Konjunkturtreiber sind vor allem das Baugewerbe und die Industrie. Dazu kommt das anhaltend hohe Niveau des privaten Konsums.

Bei den Geschäftserwartungen stehen die Zeichen über alle Branchen hinweg auf weiteres Wachstum. 19 Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren und 8 Prozent mit schlechteren Geschäften. Damit liegt der Saldo aus günstigen und ungünstigen Geschäftserwartungen mit 11 Punkten im Plus. Zudem erwarten in den kommenden Monaten 73 Prozent der Unternehmen gleichbleibende Geschäfte. Vor dem Hintergrund der sehr guten Basis ist das eine positive Botschaft.

IHK-Konjunkturergebnisse nach Branchen

Bei der Industrie hat die Dynamik im Jahresverlauf zugenommen. Impulsgeber ist vor allem der Export. So sind im Zeitraum Januar bis Juli 2017 die Ausfuhrumsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent gestiegen. Auch die weiteren Erwartungen sind gut. 41 Prozent der Industriebetriebe berichten von gestiegenen Auftragseingängen aus dem In- und Ausland, 37 Prozent planen höhere Investitionsausgaben. Ihre Risiken sehen die befragten Unternehmen im Fachkräftemangel und in der Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise.

Das Baugewerbe boomt. 98 Prozent der Betriebe berichten von einer guten bzw. befriedigenden Geschäftslage, lediglich zwei Prozent sind nicht zufrieden. Die hohe Nachfrage auf dem Immobilienmarkt beflügelt den Wohnungsbau. In den anderen Sparten - wie im Straßenbau - sind die Umsätze ebenfalls gestiegen. Auch in den kommenden Monaten rechnen 90 Prozent der Baubetriebe mit besseren bzw. gleichbleibenden Geschäften. Gebremst wird die Entwicklung durch den Fachkräftemangel, der zu erheblichen Kapazitätsengpässen führt. Für 82 Prozent der Baubetriebe ist dies das Hauptrisiko.

Die Lage des Handels hat sich nach dem etwas verhaltenen Start im Frühjahr 2017 auf Grund der anhaltend hohen Konsumbereitschaft der Verbraucher gebessert. Bei 55 Prozent der stationären Einzelhändler sind die Umsätze gestiegen. Die Großhändler konnten von den gestiegenen Auftragseingängen aus der Wirtschaft profitieren. Die Erwartungen der Händler sind zweigeteilt: Die Großhändler rechnen mit einem leichten Wachstum, die Einzelhändler sind etwas skeptischer. Risiken sehen die Händler in den Arbeitskosten und in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

Im Dienstleistungsgewerbe laufen die Geschäfte sehr gut. Die unternehmensnahen Bereiche wie Verkehr, Immobilienwirtschaft oder IT-Dienstleister verzeichnen eine sehr gute Auftragslage. Und bei den privatbezogenen Dienstleistern sorgt die gute Konsumlaune für steigende Umsätze. Die Aussichten sind ebenfalls gut. Die Prognosen zur Investitionsbereitschaft und den Personalplänen zeigen, dass die Dienstleister ihre Kapazität erhöhen wollen. Allerdings sieht sich die Branche durch den Mangel an Fachkräften und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gehemmt.

Die Ergebnisse der Umfrage stehen online zur Verfügung.

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