Personalnot im Krankenhaus - Protestaktion vor CTK in Cottbus

Veröffentlicht: Dienstag, 24. Oktober 2017, 10:11 Uhr

CTK Beschäftigte setzen Grenzen mit Protestaktion vor dem Klinikum in Cottbus

Gemeinsam Grenzen setzen gegen Überlastung im Krankenhaus - das ist das Ziel der bundesweiten Aktion "Grenzen setzen" am 24. und 25. Oktober 2017, an dem sich auch Beschäftigte des Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus beteiligen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat zu dieser Aktion aufgerufen.

Die Personaldecke in den meisten Krankenhäusern ist so dünn, dass das sogenannte "Einspringen aus dem Frei" alltäglich geworden ist. Stationsteams aus etlichen Krankenhäusern in ganz Deutschland werden an diesen Tagen demonstrativ nicht einspringen, ihre gesetzlich zustehenden Pausen einfordern, Überstunden verweigern, kurz: die ständigen Eingriffe in ihre Zeit- und Lebensplanung verweigern.

"Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten tagtäglich ausgleichen müssen, dass zu wenig Personal in den Krankenhäusern beschäftigt wird", so ver.di-Sekretär Ralf Franke aus Cottbus. Die Beschäftigten fühlten sich moralisch verpflichtet, einzuspringen und auf ihre Pausen zu verzichten. "Sie wollen die Patientinnen und Patienten, vor allem aber auch ihre Kolleginnen und Kollegen nicht hängen lassen", sagt ver.di-Sekretär Franke. "Schon lange kann der Personalmangel nicht mehr durch individuelles Engagement ausgeglichen werden. Die Beschäftigten merken: Wenn wir es doch versuchen, leiden wir selbst darunter, bis zur Krankheit oder der Flucht aus dem Beruf."

Bundesweit müsste es nach einer ver.di-Erhebung für eine sichere und gute Versorgung 162.000 Stellen in Krankenhäusern mehr geben, allein 70.000 Stellen für Pflegefachkräfte.

"Der Klinikbetreiber ist auch verpflichtet, die Gesundheit seiner Beschäftigten zu schützen", betont Heike Plechte, die Cottbuser ver.di-Bezirksgeschäftsführerin. "Es muss genug Personal zur Verfügung stehen, damit Patienten gesund und Pflegekräfte nicht selbst krank werden.", so Frau Plechte weiter.

Die Gewerkschaft ver.di fordert verbindliche Personalvorgaben per Gesetz, die für alle Krankenhausbereiche gelten sollen. Die Bundesregierung hat Personaluntergrenzen für sogenannte pflegesensitive Bereiche auf den Weg gebracht. Aus Sicht von ver.di ist Pflege immer sensitiv, weshalb die noch zu erarbeitenden Vorschriften alle Pflegebereiche abdecken müssen und auch nur ein erster Schritt sein können.

Die Personalausstattung müsse sich am konkreten Pflegebedarf der Patienten orientieren, so die Gewerkschaft. Zugleich fordert ver.di die Klinikbetreiber auf, Verantwortung für die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu übernehmen und für Entlastung zu sorgen.

Weitere Informationen: www.klinikpersonal-entlasten.verdi.de und www.grenzen-setzen.verdi.de

Quelle: ver.di