Stellungnahme der WiL zur AGORA Energiewende Studie

Veröffentlicht: Montag, 23. Oktober 2017, 14:26 Uhr

Strukturwandelfonds Lausitz

Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V. (WiL) fordert realistische Auseinandersetzung mit dem Strukturwandel

Die Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V. (WiL) kritisiert die am Donnerstag von AGORA Energiewende veröffentlichte Studie "Eine Zukunft für die Lausitz". Die finanziellen Dimensionen des Strukturwandels in der Lausitz werden völlig unterschätzt.

"Wir halten die Jahreszahlen zu einem Kohleausstieg, mit denen im Vorfeld der Koalitionsverhandlungen jongliert wird und wie sie von der gestern veröffentlichten Studie von Agora Energiewende flankiert werden, für grob fahrlässig. Die Diskussion um Jahreszahlen statt um eine sichere Energieversorgung schadet nicht nur den Menschen in der Lausitz, die dadurch stark verunsichert werden. Sie schadet auch dem Industriestandort Deutschland. Stattdessen fordern wir eine weitere Nutzung des heimischen Rohstoffs Braunkohle zur Energiegewinnung, so lange wie dies notwendig ist. Wie lange wir die Braunkohleverstromung noch als Brückentechnologie brauchen, das können heute weder Parteipolitiker noch Energiewende-Experten sicher sagen. Was wir heute ganz gewiss sagen können: Die finanziellen Dimensionen werden von Agora Energiewende völlig unterschätzt. 100 Mio. Euro jährlich für die Lausitz, wie von der Agora Energiewende gefordert, sind nicht einmal der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Zumal von diesen 100 Mio. Euro lediglich 25 Mio. Euro im Bereich der Wirtschaft ausgegeben werden sollen. Die LEAG tätigt täglich ca. 2,5 Mio. Euro an Ausgaben in Form von Aufträgen und Gehältern in der Lausitz - also über 100 Mio. Euro alle sechs Wochen. Um das langfristig zu kompensieren, braucht es gut bezahlte Arbeitsplätze. Daher fordert die Wirtschaftsinitiative Lausitz seit Jahren, dass sich der Bund für Neuansiedlungen, Erweiterungen und die Schaffung von öffentlichen Arbeitsplätzen in der Region stark macht. Die Menschen bleiben in der Region, wenn sie hier einen guten Arbeitsplatz mit Perspektive haben," erklärt das WiL-Vorstandsmitglied Michael Stein.

Quelle: Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V. (WiL)