Zukunft ehemaliger Lausitzer Industriestandorte

Transfer- und Transformationszentrum Brikettfabrik LOUISE

INKULA - Neue Entwicklungsperspektiven für Industriestandorte in der Lausitz

Für vier der sechs INKULA-Standorte sind die Planungen für die Zukunft bereits weit voran geschritten. Konkrete Lösungsansätze wurden entwickelt, dessen Umsetzung nun verfolgt wird. Für zwei der ehemaligen Industriestandorte stehen weitere Abstimmungsprozesse sowie Untersuchungen im Mittelpunkt der Arbeit.

Das Projekt INKULA ist im Juni 2016 gestartet. Mit dem Projekt soll die Infrastruktur an Standorten der Lausitzer Industriekultur verbessert werden. In Zusammenarbeit mit sechs Städten und Gemeinden im Lausitzer Seenland eruiert das IBA-Studierhaus Großräschen die Potenziale der Industriekultur an den jeweiligen Projektstandorten, sucht nach deren weiteren Entwicklungsmöglichkeiten und erarbeitet darauf basierend maßgeschneiderte Konzepte für die jeweilige infrastrukturelle Entwicklung.

Im ersten halben Jahr stand die Bestandsaufnahme aller sechs Projektstandorte im Mittelpunkt. Untersucht wurde der Status quo nach den Kriterien: Thema und Bedeutung, Nutzung und Betreibung sowie Baulicher Zustand und seine infrastrukturelle Anpassung. Eine durchgeführte Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse (SWOT-Analyse) zeigte im Ergebnis die ersten Handlungsbedarfe.

Anschließend wurde mit der Konzeptentwicklung für die jeweiligen Standorte begonnen. So kann in der Praxis auf die verschiedenen Rahmenbedingungen jedes Standortes eingegangen werden. Für die Brikettfabrik LOUISE in Domsdorf (LK Elbe-Elster), besteht ein dringender Sanierungsdruck. Aus diesem Grund wurde bereits ein externer Dienstleister mit der Erstellung eines betriebswirtschaftlichen Nachhaltigkeitskonzepts beauftragt. Zudem wird die ehemalige Fabrik weiter als Transfer-und Transformationsstandort ausgebaut. Mit einem integrierten Nachhaltigkeits- und Nutzungskonzept, welches von dem Institut für neue Industriekultur (INIK) erstellt wird, sollen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. In der Gartenstadt Marga müssen zunächst kommunale Fragen beantwortet werden, bevor ein Konzept erarbeitet wird. Hier steht die Untersuchung von Best-Practice Beispielen mit im Fokus. Bei den IBA-Terrassen in Großräschen ist ein Nutzungsmix von gewerblichen und halböffentlichen Funktionen angedacht, um weiterhin die Aufmerksamkeit auf das herausragende Bauelement des gefluteten Seebereichs zu lenken. In enger Abstimmung mit der Stadt wird dafür ein Nutzungskonzept erarbeitet.

Für das Besucherbergwerk F60 im Amt Kleine Elster OT Lichterfelde wird angestrebt, die bereits positive Entwicklung aufrecht zu erhalten und weiter voran zu treiben. In der Konzeptentwicklung steht hier insbesondere die bessere Anbindung an den ÖPNV und die Verbindung zu dem Ort Lichterfelde im Fokus. Im nächsten Schritt werden vertiefende Maßnahmenplanungen vorgenommen. Für den Standort der Gemeinde Plessa mit dem Kraftwerk und Kulturhaus wird ein denkmalrechtliches Gutachten erstellt, um durch die Wertermittlung Klarheit in den Verhältnissen zu schaffen und Handlungsfähigkeiten auszubauen.

Für das eindrucksvolle Architektenensemble der Biotürme in Lauchhammer ist bereits eine touristische Entwicklung im Konzept der Stadt angedacht. Auf diesem wird in INKULA aufgebaut. Ein Workshop mit lokalen Akteuren zur Aufstellung eines Businessplans für eine künftige betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit wurde bereits durchgeführt.

An den Orten, an denen noch kommunale Entscheidungen getroffen oder andere Meilensteine aus dem Weg geräumt werden müssen, konzentriert sich die Arbeit vor allem vorerst auf die Entwicklung der Konzepte durch Workshops und dergleichen. Die Umsetzung der bereits vorhandenen Konzepte ist ein weiterer Planungsschritt, der in den kommenden Monaten angegangen wird.

Als Ergebnis soll ein zusammenhängendes Konzept für die Zukunft entstehen.

Die Bearbeitung des INKULA Projektes erfolgt in sechs Arbeitsphasen. Die dritte Phase wurde bereits begonnen.

Finanziert wird die Projektarbeit durch Fördermittel aus dem brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (80 %) sowie der Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH (12 %), durch Zuschüsse der beteiligten Kommunen (3 %) sowie aus Eigenmitteln des IBA-Studierhaus e.V. (5 %).

Quelle: Energieregion Lausitz - Spreewald GmbH - Zwischenbericht zum Projekt, erstellt vom IBA Studierhaus