Keine Zeit für Digitalisierung

Handelsunternehmen im Land Brandenburg fehlt es an Zeit für die Digitalisierung

IHK-ibi-Handelsstudie 2017 - Sonderauswertung für Brandenburg

Im Land Brandenburg haben nur 16 Prozent der Handelsunternehmen ein eigenes Budget für Digitalisierungsmaßnahmen. Bemerkenswerterweise werden fehlende zeitliche Ressourcen (57 Prozent) als größtes Hemmnis für die weitere Digitalisierung genannt, gefolgt von rechtlicher Unsicherheit (42 Prozent) und den Investitionskosten (40 Prozent).

Den höchsten Beratungs- und Schulungsbedarf zur Digitalisierung sehen die brandenburgischen Handelsunternehmen in den Bereichen Kommunikation über Social Media (43 Prozent), IT-Sicherheit und Datenschutz (37 Prozent).

Das ergibt die Sonderauswertung für Brandenburg einer Studie zum deutschen Einzelhandel 2017, die in Kooperation mit der IHK-Organisation entstanden ist.

"Die Ergebnisse bestätigen unseren Weg, als IHKs in Brandenburg gezielte Beratungs- und Schulungsangebote für die Händler unserer Region anzubieten", erklärt Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus. "Leider ist der Handel bei Förderprogrammen des Landes und des Bundes zur Begleitung der Digitalisierung in der Wirtschaft bisher ausgeklammert. Diese Förderprogramme müssen endlich für die Handelsbranche geöffnet werden."

Die Studie bestätigt, dass im Handel die stationären und die online-Verkaufswege zunehmend verschmelzen. Deutschlandweit sind derzeit 35 Prozent der Händler sowohl online als auch offline unterwegs, 11 Prozent nutzen ausschließlich online-Kanäle zum Verkauf ihrer Produkte, noch 54 Prozent betreiben ausschließlich stationäre Ladengeschäfte. Von den ausschließlich stationär aktiven Händlern rechnen 24 Prozent damit, dass ihre Umsätze in den kommenden fünf Jahren zurückgehen. Deutlich wird aus der Umfrage zudem, dass nicht nur beim Verkauf der Produkte, sondern auch im Back-Office immer stärker digitalisiert wird. Das betrifft zum Beispiel die Kundenverwaltung, die Warenwirtschaft oder das Marketing. Rund 80 Prozent der Händler nutzen dafür digitale Systeme.

Hintergrund:

Forscher von ibi research an der Universität Regensburg haben zusammen mit 41 Industrie- und Handelskammern sowie dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in den letzten drei Monaten eine umfassende Untersuchung des Einflusses der Digitalisierung auf den deutschen Einzelhandel durchgeführt und nun die Studie "Der deutsche Einzelhandel 2017" vorgelegt. Die deutschlandweite Befragung von mehr als 2.000 Einzelhändlern zeigt den Status quo der Digitalisierungsbemühungen der Händler, vertieft ausgewählte Problemstellungen wie die Investitionsbereitschaft oder die Nachfolgeproblematik und analysiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Geschäftsmodelle.

Die deutschlandweite Gesamtstudie sowie die Sonderauswertung für das Land Brandenburg stehen online zur Verfügung: www.cottbus.ihk.de (Dok.Nr. 3766386)

Autor und Kontakt

IHK Cottbus
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