Illegale Quadfahrer in der Lieberoser Heide gefasst

Illegalen Befahrung von Wildnisflächen im Lieberoser Naturschutzgebiethttps://www.lausitz-branchen.de/medienarchiv/cms/upload/2017/september/Illegale-Quadfahrer-Lieberoser-Heide.jpg

Stiftung geht gegen Zerstörung der Naturlandschaft in der Lieberoser Heide vor

Illegale Befahrung von Wildnisflächen im Lieberoser Naturschutzgebiet - Gefahr für Mensch und Natur

Eine Gruppe von Quadfahrern wurde im August bei der illegalen Befahrung von Wildnisflächen im Lieberoser Naturschutzgebiet von Revierförstern und Mitarbeitern der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg gestellt und die Ordnungswidrigkeit gemäß Waldgesetz zur Anzeige gebracht. Darüber informierte die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg in einer Pressemitteilung. Die Stiftung verstärke zurzeit ihre Maßnahmen gegen illegale Befahrung auf ihren Wildnisflächen in Brandenburg. Dazu würden verstärkte Begehungen mit Unterstützung durch die zuständigen Förster, Polizei, Naturwächter und verdeckte Ermittler erfolgen, heißt es weiter.

Illegale Befahrung sei ein hartnäckiges Problem in Naturschutzgebieten, vor allem auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen in Lieberose und Jüterbog. Unerlaubte Aktivitäten auf diesen Flächen sei eine Ordnungswidrigkeit, die mit mehreren hundert Euro Strafe belegt werde.

Darüber hinaus würden die Fahrer die Natur, andere Menschen und sich selbst gefährden, warnt die Stiftung. Oftmals seien die Gebiete für Rettungskräfte schwer zugänglich und die Gefahren des Geländes nicht einschätzbar, so dass es in der Vergangenheit bereits zu einem tragischen Unfall eines Fahrers mit Todesfolge kam.

"Der Schaden für die Tiere und Pflanzen durch Lärm und Fahrspuren ist nicht wieder gut zu machen, aber auch die Gefahr, in die sich die Motocross- und Quadfahrer wissentlich begeben, ist erheblich", so Jenny Eisenschmidt, die Liegenschaftsbeauftragte der Stiftungsfläche in Lieberose. Bei den Stiftungsflächen handele es sich um ehemalige Truppenübungsplätze mit Munitionsbelastung außerhalb der markierten und beräumten Wanderwege. Jenny Eisenschmidt war auch dabei, als eine größere Gruppe von Quadfahrern gestellt werden konnte. Die Personalien wurden festgestellt und die Tat zur Anzeige gebracht - eine Spritztour mit Folgen. Auch in Jüterbog führten im Sommer mehrere gezielte Aktionen der Stiftung in Kooperation mit verdeckten Ermittlern zu Erfolgen und entsprechenden Anzeigen. Weitere Maßnahmen seien in Planung, informiert die Stiftung.

Große unzerschnittene Flächen, auf denen sich die Natur frei entwickeln kann, gibt es heute im dicht besiedelten Deutschland kaum noch. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für den Wert dieser Gebiete als Rückzugsräume für seltene Tier- und Pflanzenarten, als Chance für die Forschung und Erholungsgebiete für die menschliche Psyche und Schatzkammern für die Evolution. Die Stiftung bietet Besuchern und Anwohnern an zwei Besucheranlaufpunkten in Jüterbog und Lieberose die Möglichkeit, Teile der Gebiete für Erholung und Naturerlebnis zu nutzen. Durch das Wildnisgebiet führt ein ca. 40 km langes Wanderwegenetz mit beliebten Aussichtspunkten. Das Areal ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und gehört zu den bedeutendsten Naturschätzen Brandenburgs.

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg bittet um Unterstützung bei der Erhaltung und ungestörten Entwicklung von Brandenburgs Urwäldern von morgen. Hinweise, die zur Identifizierung von illegalen Fahrern in Wäldern und Naturschutzgebieten führen, werden dankbar entgegengenommen.  Weitere Informationen unter www.stiftung-nlb.de.

Quelle: Landkreis Dahme-Spreewald