Bahntrasse Dresden - Prag kommt

Eisenbahn-Neubaustrecke Dresden-Prag

Bund nimmt Eisenbahn-Neubaustrecke Dresden-Prag in "vordringlichen Bedarf" auf

Die Eisenbahn-Neubaustrecke von Dresden nach Prag kommt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und sein tschechischer Amtskollege Dan Tok haben am Freitag in Karlsbad eine Absichtserklärung für den Bau unterzeichnet haben. Die Strecke wird somit nun im "vordringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans ausgewiesen. Damit ist die Voraussetzung für die Umsetzung geschaffen.

Verkehrsminister Martin Dulig (SPD), der sich seit Jahren gemeinsam mit seinem tschechischen Amtskollegen, der EU und der Deutschen Bahn AG für die Strecke einsetzte - ob in Dresden, Berlin, Prag, Brüssel oder zuletzt am Brenner-Basistunnel in Innsbruck und Bozen: "Ich bin glücklich, dass die 43 Kilometer lange Neubaustrecke nun endlich in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen wurde. Damit können wir mit den Planungen tatsächlich beginnen. Die neue Strecke wird nicht nur Sachsen und Tschechien enger zusammenrücken lassen, die Reisezeit auf unter eine Stunde verkürzen, sie wird vor allem die lärmgeplagten Menschen im Elbtal endlich entlasten! Dies wird die Lebensqualität spürbar erhöhen und ist dringend nötig, da die bisherige Strecke an der Elbe bereits jetzt an ihre Kapazitätsgrenze stößt. Zudem wird der Wirtschaftsstandort Sachsen durch die bessere Anbindung an Europa weiter deutlich gestärkt - die Häfen im Norden und der Mittelmeerraum werden deutlich schneller erreicht werden können. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen bedanken, die uns auf diesem langen Weg unterstützt haben: bei unseren tschechischen Freunden, bei der EU und der Bahn - auch und vor allem bei meinen Mitarbeitern, die immer an das Großprojekt geglaubt haben."

Bei allem Grund zur Freude: "Wir erwarten nun auch vom Bund eine schnelle, positive Entscheidung für die beiden weiteren von uns angemeldeten sächsischen Schienenprojekte: Die Elektrifizierungen der Strecken von Chemnitz nach Leipzig und von Dresden nach Görlitz. Auch auf diesen Strecken haben wir den hohen Bedarf nachgewiesen. Der Bund steht in der Pflicht, die Fehler der 90er Jahre wieder gut zu machen, als Sachsen - vor allem das Erzgebirge - vom Bahn-Fernverkehr weitestgehend abgekoppelt wurde."

Informationen zur NBS Dresden-Prag: ttp://www.nbs.sachsen.de/

Tillich begrüßt Absichtserklärung zu neuer Bahntrasse Dresden - Prag

Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat die in Karlsbad unterzeichnete deutsch-tschechische Absichtserklärung zur Neubaustrecke Dresden - Prag begrüßt.

"Die heute getroffene Absichtserklärung ist eine wichtige und starke Botschaft für ein bedeutendes europäisches Verkehrsprojekt und zugleich ein großer Erfolg für Sachsen", sagte Tillich am Freitag in Dresden.

Der Regierungschef hatte sich in der Vergangenheit immer wieder in Brüssel, Berlin und Prag dafür eingesetzt, dass das Projekt vorankommt und die Neubaustrecke durch das Erzgebirge Realität werden kann.

Mit der neuen grenzüberschreitenden Strecke, die das Erzgebirge zu großen Teilen unterquert, kann ein steigendes Güterverkehrsaufkommen bewältigt werden. Zugleich soll die Reisezeit im Personenfernverkehr zwischen Dresden und Prag auf eine gute Stunde halbiert werden. Für das Elbtal bedeutet dies eine massive Entlastung vom Güterfernverkehr und damit nicht zuletzt auch einen Rückgang der Lärmbelastung.

"Es freut mich, wenn die Bewohner des Elbtals dann endlich wieder ruhiger schlafen können. Auch unsere Gäste und Besucher des Elbtals und der Sächsischen Schweiz können dann die einmaligen Blicke von der Bastei in Ruhe genießen."

Weiter sagte er: "Mit dieser Eisenbahn-Neubaustrecke wird die Wettbewerbsfähigkeit des Freistaates durch die bessere Anbindung an die dynamisch wachsenden Märkte der Länder Süd- und Südosteuropas nachhaltig gesichert und ein Engpass zu den deutschen Seehäfen perspektivisch beseitigt."

Weiterhin bietet die Neubaustrecke eine hochwassersichere Trassenführung.
Durch die Verlagerung des Verkehrs aus dem Elbtal können außerdem die CO2-Emmissionswerte im Elbtal und Nationalpark Sächsische Schweiz verringert werden.

Das Projekt hat europäische Relevanz: Nicht nur für Deutschland und Tschechien ergibt sich ein erheblicher Nutzen. Es wird auch eine bessere Anbindung der Slowakei, Ungarns sowie Österreichs geschaffen. Dies fördert das Zusammenwachsen der Staaten Mittel- und Osteuropas.

Hintergrund:

In der Absichtserklärung, die Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und sein tschechischer Amtskollege Dan Tok am Freitag unterzeichnet haben, heißt es unter anderem:

Beide Seiten begrüßen, dass die Eisenbahnverbindung Berlin - Dresden - Prag in die Kategorie Vordringlicher Bedarf des Bedarfsplans für die Bundesschienenwege aufgenommen wird und erachten es für notwendig, dass die Kapazität der wichtigsten Eisenbahnverbindung zwischen beiden Staaten, der Strecke Dresden - Prag, erhöht sowie die Reisezeiten im Personenverkehr und Beförderungszeiten im Güterverkehr signifikant verkürzt werden.

Quelle: PM SMWA - Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und SSK - Sächsische Staatskanzlei