Schwarzbau im Naturschutzgebiet

Schwarzbau im Naturschutzgebiet

Nicht genehmigtes Wasserbauwerk im Naturschutzgebiet "Biotopverbund Spreeaue"

LEAG-Gutachter setzen Schwarzbau in Naturschutzgebiet

Das im Auftrag der Lausitz Energie Bergbau AG tätige Gutachterbüro Gerstgraser hat im Naturschutzgebiet "Biotopverbund Spreeaue" ein nicht genehmigtes Wasserbauwerk errichtet. In einem Brief an die zuständigen Behörden fordert nun die Umweltgruppe Cottbus den Rückbau auf Kosten des Verursachers und eine Ahndung der Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld.

"Hier wurde der Fluss mitten im Naturschutzgebiet mit vielen Tonnen Wasserbausteinen verbaut. Uns ist nicht bekannt, dass dafür irgendeine Genehmigung beantragt wurde. Das ist eine dreiste Missachtung aller Bestimmungen des Wasser- und Naturschutzrechts." sagt René Schuster von der Umweltgruppe Cottbus über das Bauwerk, das sich zwischen der Dissener und Fehrower Spreebrücke befindet.

Bekannt wurde das Bauwerk erst, als Paddler im Juni jegliche von der gefährlichen Strömung warnenden Schilder vermissten und die Lokalpresse darüber berichtete. Diesem Bericht zufolge (Lausitzer Rundschau vom 21. Juni 2017) dient der Überlaufdamm dazu, das Monitoring der Fischbestände nach der Renaturierung der Spreeaue durchzuführen. Die Renaturierung wurde als Kompensation für die Zerstörung der Lacomaer Teichlandschaft durch den Braunkohletagebau Cottbus-Nord angeordnet. Aus diesem Grund ist der Tagebaubetreiber LEAG Auftraggeber des im Planfeststellungsbeschluss vorgeschriebenen Monitorings.

René Schuster weiter: "Das Bauwerk ist völlig sinnlos. Es staut den Fluss an, so dass beim Monitoring ein ganz anderer Zustand untersucht wurde, als die 2006 genehmigte Renaturierung. Wer so vorgeht, der glaubt in Brandenburg absolute Narrenfreiheit zu haben, weil er im Auftrag der Braunkohlewirtschaft arbeitet."

Illegaler Gewässerausbau im Naturschutzgebiet durch Firma Gerstgraser

Brief an das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, Landesamt für Umwelt Obere Wasserbehörde und Landesamt für Umwelt Obere Naturschutzbehörde

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Spreeaue zwischen den Brücken Dissen und Fehrow haben wir ein illegal angelegtes Wasserbauwerk festgestellt, das mit beiliegendem Foto belegt ist. Laut einem Bericht der Lausitzer Rundschau vom 21. Juni diesen Jahres ("Ohne Warnung in die Wasser-Baustelle", S. 13) stellt dies eine Maßnahme des Monitorings zur Renaturierung der Spreeaue durch das Ingenieurbüro Gerstgraser dar. Es handelt sich somit um Arbeiten im Auftrag der LEAG auf Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses des LBGR vom 18. Dezember 2006 zur Inanspruchnahme der Lacomaer Teiche.

Es ist festzustellen, dass

  • dieses Bauwerk nicht Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses ist und somit einen illegalen Gewässerausbau darstellt,
  • die durch das Bauwerk verursachte Veränderung des Abflussverhaltens der Spree daraus resultierende Monitoringergebnisse völlig wertlos machen im Bezug auf die Funktionsüberprüfung der planfestgestellten Maßnahmen,
  • es sich nach § 145 (1) Nr. 3 des Brandenburgischen Wassergesetzes um eine Ordnungswidrigkeit handelt und
  • es sich um einen nicht zugelassenen Eingriff in das Naturschutzgebiet "Biotopverbund Spreeaue" handelt, die nach § 8 der Schutzgebietsverordnung vom 21. Mai 2003 ebenfalls als Ordnungswidrigkeit zu ahnden ist.

Wir beantragen hiermit, dass die Behörde

  • den Rückbau der errichteten Anlage auf Kosten des Verursachers anordnet,
  • die o.g. Ordnungswidrigkeiten nach Wasser- und Naturschutzgesetz durch angemessene Bußgelder ahndet sowie
  • einen aus dieser Maßnahme resultierenden Monitoringbericht selbstverständlch nicht als Erfüllung der Nebenbestimmungen des o.g. Planfeststellungsbeschlusses anerkennt.

Wir gehen davon aus, dass Sie uns zeitnah über Ihr Vorgehen in dieser Sache informieren.

Quelle: Umweltgruppe Cottbus e.V.