Landwirtschaft 4.0

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Industrie 4.0 führt zu Landwirtschaft 4.0

Feldschwarm® - autonome Feldmodule für ressourcenschonenden Landbau

Hinter dem Feldschwarm® verbergen sich nicht etwa gefräßige Heuschrecken, sondern ein innovatives Projekt zur Entwicklung neuer Technologien in der Agrarbranche. Dafür arbeitet ein Bündnis aus sieben sächsischen Unternehmen, der Technischen Universität Dresden sowie zwei sächsischen Instituten der Fraunhofer Gesellschaft zusammen mit dem John Deere European Technology Innovation Center in Kaiserslautern an intelligenten Lösungen für die Agrarwirtschaft. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat zur Unterstützung dieses ehrgeizigen und innovativen Vorhabens Mittel von rund 8,6 Millionen Euro im Rahmen des Förderprogramms "Innovative regionale Wachstumskerne" bewilligt. Der Wachstumskern Feldschwarm® beschäftigt sich u.a. mit autonomen Landmaschinen. Die Kick-off-Veranstaltung mit den Projektpartnern findet heute (5.Juli 2017) in der Gläsernen Manufaktur in Dresden statt.

"Hier führt Industrie 4.0 zu Landwirtschaft 4.0", so Wirtschaftsminister Martin Dulig. "Das ist nicht nur hoch effizient, sondern soll vor allem für eine Landwirtschaft sorgen, die möglichst nachhaltig ist und wertvolle Ressourcen schont. Gerade die eher industriell geprägte Landwirtschaft in Sachsen bietet gute Voraussetzungen für Innovationen."

Die einzigartige Kombination von Technologien aus den Gebieten der Werkstoffwissenschaft, der Elektrotechnik, des Maschinen- und Fahrzeugbaus, sowie der Land-, Energie-, Anlagen- und Automatisierungstechnik zielt auf einen effizienten Einsatz hochautomatisierter und möglichst elektrisch angetriebener Landmaschinen.

"Die Verknüpfung von vielfältigen Technologien verdeutlicht einmal mehr, wie anwendungsbreit die sächsische Wirtschaft und die hiesige Forschungslandschaft aufgestellt sind. Diese Technologiebreite und unsere Technologieoffenheit sind entscheidende Faktoren bei der Bewältigung von zukünftigen Herausforderungen", ergänzt Minister Dulig.

Ziel des Projekts ist eine bodenschonende Feldbearbeitung. Anstatt herkömmlicher schwerer Maschinen sind autark oder semiautark operierende Anbaueinheiten in einem Schwarm in Leichtbauweise unterwegs. Dies soll unter Einsatz von emissionsfreien und hocheffizienten Antriebssystemen möglich sein. Die dafür benötigte Antriebskraft soll elektrisch auf die Räder und Arbeitswerkezeuge der Schwarmfahrzeuge verteilt werden. Die Elektrifizierung, die genaue Navigation, die umfassende Sensorausstattung sowie die autonomen Fahrfunktionen zielen außerdem auf deutlich höhere Automatisierungs- und Energieeffizienzgrade. Dies soll in den kommenden Jahren einen Beitrag zur Sicherstellung der künftigen Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung leisten.

Im Rahmen der Technologieförderung unterstützt das Wirtschaftsministerium Unternehmen in Sachsen sowohl bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren als auch bei der Erweiterung und Qualifizierung ihres innovationsrelevanten Personals. Die Agrarwirtschaft profierte bereits von dieser Förderung. Zum Beispiel hat ein durch ESF-Mittel finanzierter Innovationsassistent in einem KMU die Markteinführung eines ph-Wert-Sensors begleitet. Ein anderes Beispiel ist die Entwicklung von Server-Client-Lösungen in der Landwirtschaft, ebenfalls unterstützt durch eine Innovationsassistentenförderung. Und im futureSAX-Ideenwettbewerb 2016 zeichnete Wirtschaftsminister Martin Dulig eine innovative Entwicklung aus der Agrarwirtschaft mit dem ersten Platz aus. Das Team Senorics von der Technischen Universität Dresden erhielt den Preis für die Entwicklung von optischen Hightech-Sensoren im Briefmarkenformat. Mit denen können Landwirte den genauen Zustand ihrer Pflanzen erfahren. Dies unterstreicht die Bedeutung der Zukunftsfähigkeit der sächsischen Agrarwirtschaft.

Die sächsischen Technologieförderprogramme finanzieren sich aus Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen. Die Förderung erfolgt über die Sächsische Aufbaubank - Förderbank (SAB). Ausführliche Informationen zu den Förderprogrammen finden sich auf den Seiten der SAB unter www.sab.sachsen.de.

Quelle: SMWA - Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr