Konjunktur in der Lausitz gewinnt an Dynamik

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Konjunkturumfrage Frühjahr 2017 - Politik muss gute konjunkturelle Lage für Investitionen nutzen

Die wirtschaftliche Entwicklung hat in Südbrandenburg weiter an Dynamik gewonnen. Sowohl die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen als auch die Geschäftserwartungen sind überwiegend gut bis sehr gut. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage Frühjahr 2017 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus.

Die Umfrage ergab im Durchschnitt ein positives Stimmungsbild der Geschäftslage. 53 Prozent der Befragten berichten von einer guten und nur 6 Prozent von einer schlechten Geschäftslage. Damit liegt der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen mit 47 Punkten deutlich im Plus. Zum Vergleich: Im Frühjahr 2016 betrug der Saldo noch 35 Pluspunkte. Zu dem guten Ergebnis hat vor allem die Industrie beigetragen.

Bei den Geschäftserwartungen bleiben die Südbrandenburger Unternehmen ebenfalls zuversichtlich. 88 Prozent erwarten einen besseren bzw. einen gleichbleibenden Geschäftsverlauf. Die optimistische Einschätzung geht über alle Branchen - von Industrie, über Baugewerbe und Dienstleister bis zum Handel.

Dennoch sehen die Unternehmen Risiken für die weitere Entwicklung. Als größtes Problem geben 59 Prozent der Betriebe an, geeignetes Fachpersonal zu finden. Erhebliche Risiken werden auch in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gesehen. Dazu zählen u. a. die politischen Unruhen in vielen Teilen der Welt, die hohe Last bei Steuern und Abgaben sowie hohe Umweltauflagen in Deutschland.

Die Investitionsbereitschaft bleibt beachtlich. 33 Prozent der investitionswilligen Unternehmen wollen ihre Ausgaben erhöhen. Auch die Beschäftigtenzahl wird voraussichtlich weiter steigen. 22 Prozent der Betriebe planen Neueinstellungen.

"Wir können feststellen, dass die Konjunktur in Südbrandenburg nun schon mehrere Jahre sehr robust ist. Die gute Lage hält auch im Frühjahr 2017 an. Die weiteren Aussichten sind ebenfalls sehr positiv. Die gegenwärtige lange Phase guter Konjunktur bietet aber keinen Grund, sich zurückzulehnen. Die Unternehmen bezeichnen sehr klar die Risiken - den Fachkräftemangel und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Deshalb sollte die Politik die jetzt vorhandenen Reserven dringend nutzen, um in Infrastruktur, in Bildung, in Digitalisierung, in attraktive Kommunen und - was unsere Region speziell betrifft - in den Strukturwandel zu investieren", erklärt Maik Bethke, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus.

IHK-Konjunkturergebnisse nach Branchen

Die Geschäftslage der Industrie hat sich gegenüber dem Vorjahr erheblich verbessert. Das liegt sowohl an den guten Inlandgeschäften als auch an der gestiegenen Nachfrage im Ausland. Vor allem der Maschinenbau, die Hersteller von Metallerzeugnissen und die Nahrungsmittelindustrie berichten von guten Geschäften. Der positive Trend wird voraussichtlich anhalten. Ihre besonderen Risiken sehen die Industriebetriebe bei den Energie-und Rohstoffpreisen und im Fachkräftemangel.

Die Geschäftslage im Baugewerbe bewegt sich auf hohem Niveau. Konjunkturtreiber ist hier insbesondere der Wohnungsbau. Allerdings stoßen viele Unternehmen inzwischen an ihre Kapazitätsgrenzen. Dass 73 Prozent der Baubetriebe den Fachkräftemangel als Risiko sehen, unterstreicht diese Aussage. Trotzdem bleibt die Branche optimistisch. 40 Prozent der Betriebe planen, ihre Investitionsausgaben zu erhöhen.

Im Handel hat sich die Stimmung etwas abgekühlt. Der stationäre Handel steht zunehmend unter dem Druck des Online-Handels. Dennoch ist die Lage insgesamt stabil. Die Verbraucher sind weiterhin in guter Konsumlaune, was dem Einzelhandel zu Gute kommt. Der unternehmensnahe Großhandel profitiert von der positiven Entwicklung in der gewerblichen Wirtschaft als Ganzes. Auch künftig ist im Handel mit einer stabilen Entwicklung zu rechnen, wobei sich die Unternehmen der Branche vor allem durch hohe Arbeitskosten belastet sehen.

Die Dienstleister haben das Wachstum der vergangenen Jahre fortgesetzt. Bei den unternehmensbezogenen Dienstleistern haben sich die Auftragseingänge infolge der insgesamt guten Lage der Wirtschaft erhöht. Auch im privaten Sektor hat die Nachfrage weiter angezogen - z. B. bei Gesundheitsleistungen, Sicherheit und Bildung. Die Branche wird in den kommenden Monaten ihr hohes Konjunkturniveau halten. Die Investitionsbereitschaft bleibt hoch. Risiken werden im Fachkräftemangel und bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gesehen.

Die ausführliche Branchenauswertung ist im Internet nachlesbar.

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