Thema Wolf - Praktikable Lösungen für Weidetierhalter

Schäfer Jürgen Körner (Jüterbog) setzt seit Jahren auf Herdenschutzhunde und hatte noch keine Wolfsangriffe zu verzeichnen

Klausursitzung des NABU Brandenburg zum Thema Wolf in Alt Schadow

  • Wolf wieder Bestandteil unseres Ökosystems
  • Praktikable Lösungen für Weidetierhalter
  • Kontinuierlicher Lernprozess im Umgang mit dem Wolf

Der Wolf hat den Süden Brandenburgs bereits nahezu flächendeckend besiedelt und auch im Norden unseres Landes muss jederzeit mit durchziehenden Wölfen, aber auch mit der Gründung von Rudeln gerechnet werden. In einer Klausursitzung am vergangenen Wochenende in Alt Schadow hat sich der NABU Brandenburg intensiv mit dem Thema Wölfe in Brandenburg auseinandergesetzt. Dazu gab es eine umfangreiche Darstellung der aktuellen Daten zum Wolfsmonitoring, zur Verbreitung des Wolfes und zu den veränderten Anforderungen an die Weidetierhaltung in Brandenburg. Für den NABU besonders wichtig sind Präventionsmaßnahmen und deren Förderung sowie der angemessene finanzielle Ausgleich im Schadensfall.

"Der Wolf ist wieder ein Bestandteil unseres Ökosystems, das muss von allen akzeptiert werden", betont Friedhelm Schmitz-Jersch, NABU Landesvorsitzender. "Wir haben über Generationen vergessen, mit ihm zu leben und unsere Weidetiere entsprechend zu schützen. Daher befinden wir uns nun in einem kontinuierlichen Lernprozess im Umgang mit dem Wolf, insbesondere um den Schutz unserer Nutztiere zu verbessern."

Das Land hat bereits im 2012 verabschiedeten Wolfsmanagementplan festgestellt, dass ganz Brandenburg "Wolfserwartungsland" ist. Dadurch sind Weidetierhalter im ganzen Land aufgefordert, ihre Weidetiere vor dem Wolf zu schützen, das Land seinerseits verpflichtet sich Präventionsmaßnahmen zu fördern. Darüber hinaus sind in diesem Managementplan aber auch Standards für die Einschätzung von Wolfsverhalten und für entsprechend notwendige Maßnahmen festgelegt. Dazu gehört auch das Entfernen von Wölfen, die trotz sachgerechter Schutzmaßnahmen wiederholt Weidetiere töten.

"Für betroffene Tierhalter, egal ob im Haupt- oder Nebenerwerb bzw. als Hobbyhalter, müssen praktikable Lösungen gefunden werden, die eine Weidetierhaltung trotz wachsender Wolfspopulation ermöglichen. Dabei muss auch der dauerhafte Mehraufwand für eine wolfssichere Flächenbeweidung Berücksichtigung finden. Wir setzen auf den Dialog und das Verständnis aller Beteiligten", so Schmitz-Jersch.

BU: Schäfer Jürgen Körner (Jüterbog) setzt seit Jahren auf Herdenschutzhunde und hatte noch keine Wolfsangriffe zu verzeichnen

Quelle: NABU Brandenburg