Lausitzer Leuchttürme auf dem Lausitzring

Veröffentlicht: Dienstag, 2. Mai 2017, 14:23 Uhr

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Josef Meier, Geschäftsführer EuroSpeedway Verwaltungs GmbH im Gespräch

Reihe "Lausitzer Leuchttürme" moderiert von Ralf Henkler (BVMW Wirtschaftsregion Cottbus-Niederlausitz)

Sein Alter sieht man ihm nicht an. Sehr agil und mit blitzenden Augen erzählt Josef Meier seine Geschichte, ja Lebensgeschichte dem gespannten Publikum. Moderiert von Ralf Henkler gastierte am 28.04.2017 die Reihe "Lausitzer Leuchttürme", die monatlich organisiert vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft, dem Wochenkurier und dem WMZ TV wird, auf dem Lausitzring.

Josef Meier, als bayrischer Bub, getrieben von der Lust auf leistungsstarke und schnelle Motorräder, erlernte den Beruf des KFZ Mechanikers, studierte Maschinenbau, schnupperte in die Luftfahrtechnik und landete dann doch wieder bei BMW und den Zweirädern. In seinen Adern scheint Motorenöl zu fließen, denn Motoren bestimmten sein ganzes Leben.

1980 startete er mit Mitstreitern in die Selbstständigkeit. Motorradverkauf, Tuning, Drossellung leistungsstarker Maschinen und die Entwicklung dafür geeigneter Technik bestimmten lange Zeit das Tagesgeschäft. Da war ein eigener Motorrad-Rennstall vorprogrammiert. 2007 gründeten er und Josef Hoffmann das alpha Racing Center bei Rosenheim. Dazu gehört die Tochter alphatechnik GmbH. In beiden werden, kurz gesagt, Projekte für den Rennsport entwickelt. Die intensive Zusammenarbeit mit BMW, zeugen von deren hohen Professionalität.

Durch die Verbindung zum Rennsport erfuhren Meier und Hoffmann vom Verkauf nach der Insolvenz des Lausitzrings und gaben ein Gebot nebst Konzept ab. Nach langen Verhandlungen erhielten sie den Zuschlag der europaweiten Ausschreibung. Und nach noch längerer Zeit wurden sie Eigentümer. 44 Mitarbeiter arbeiten heute am Ring, an 220 Tagen im Jahr dröhnen dort die Motoren. DTM, Red Bull, Tough Mudder, Reisbrennen, Oktoberfest - die Liste der Veranstaltungen ist lang. Fünf Millionen Umsatz am Ring und geschätzte 39 Millionen in der Region durch die Zuschauer. "Großveranstaltungen sind teuer und hoch risikobehaftet", so Josef Meier. Da wird bei schlechtem oder zu gutem Wetter schnell Geld verbrannt. Geld, das für Investitionen fehlt. Nach 17 Jahren ist die Rennstrecke verschlissen. Die geringe und unregelmäßige Förderung aus Potsdam heilte bisher nur kleine Wunden. Der Wunsch der Betreiber sind größere Summen. Steuergelder, ohne die kein Großprojekt in Deutschland auskommt, aber gut für die Region angelegt wäre. Ein Reizthema, das Sorgenfalten auf die Stirn des Geschäftsführers treibt.

So blickt er von der Tribüne über die Rennstrecke und resümiert dennoch: "Ich würde es wieder tun - den Lausitzring kaufen und hier arbeiten..."

Quelle: gemeinde-schipkau.de