165 Jahre Vollversammlung der IHK Cottbus

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Vollversammlung der IHK Cottbus kann auf 165-jährige Tradition zurückblicken

Vor genau 165 Jahren, am 16. März 1852, fand die erste Plenarsitzung der Handelskammer Cottbus statt, im damaligen Rathaus am Cottbuser Altmarkt. Die Plenarsitzung entspricht heute einer Sitzung der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus.

Gegenwärtig sind 43 ehrenamtliche Unternehmerinnen und Unternehmer aus Südbrandenburg in diesem höchsten Gremium der IHK Cottbus aktiv. Sie werden jeweils für eine Legislaturperiode von 5 Jahren gewählt.

Die aktuelle Legislaturperiode läuft jetzt aus, so dass in diesem Jahr die rund 34.000 Mitgliedsunternehmen der IHK Cottbus aufgerufen sind, eine neue Vollversammlung für die Legislaturperiode 2017 bis 2022 zu wählen. Damit steht sie in einer demokratischen Tradition, die bis in das 19. Jahrhundert zurückreicht.

"Das Privileg der Selbstverwaltung der Wirtschaft in Form einer Handelskammer musste vom Staat erstritten werden. Es geht heute wie damals darum, die Interessen der regionalen Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung kraftvoll zu vertreten. Wobei die behandelten Themen wie  Infrastruktur, Ausbildung und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen in den seitdem vergangenen 165 Jahren eine erstaunliche Kontinuität aufweisen", erklärt Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus. "Auch bei den jetzt anstehenden Wahlen zur Vollversammlung vom 5. Mai bis 15. Juni geht es darum, die ehrenamtlichen Vertreter der Südbrandenburger Unternehmerschaft mit einem starken Mandat auszustatten. Dazu kann jedes IHK-Mitglied mit seiner Stimme beitragen."

Die Gründung einer Handelskammer Cottbus war in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine nachdrückliche Forderung der "Lausitzer Kaufmannschaft" an den Preußischen Staat. Man wollte in den Zeiten der beginnenden Industrialisierung bei Fragen wie Zöllen, Verkehrsverbindungen und den gesetzlichen Rahmenbedingungen für Handel und Gewerbe mit einer starken Stimme gegenüber Regierung und Behörden auftreten.

Im noch stark vom Adel geprägten Preußen dauerte es fast zehn Jahre, bis die Forderung der meist bürgerlichen Kaufleute umgesetzt wurde. Das erste Gesuch um die Errichtung einer Handelskammer in Cottbus erfolgte bereits im Jahre 1842. Am 15. August 1851 stimmte der damalige preußische König Friedrich Wilhelm IV. per Erlass der "Errichtung einer Handelskammer für den Kreis Cottbus" zu.

Daraufhin konnten noch im November 1851 die ersten Mitglieder-Wahlen stattfinden. Wahlberechtigt waren unabhängig vom Geburtsstand alle Handel- und Gewerbetreibenden des Kreises Cottbus "welche in der Steuerklasse der Kaufleute Gewerbesteuer errichten". Im monarchistisch regierten Preußen durchaus keine Selbstverständlichkeit.

Zum Gründungsvorsitzenden der Handelskammer Cottbus wurde Kommerzienrat Julius Krüger gewählt, ein Cottbuser Kaufmann. Das Wahlergebnis wurde dann am 24. Januar 1852 von der "königlichen Regierung" offiziell bestätigt. Damit stand der ersten Plenarsitzung am 16. März 1852, mit der die Kammer ihre praktische Arbeit aufnahm, nichts mehr im Wege.

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