Tarifrunde in der Wach- und Sicherheitsgewerbe Berlin/Brandenburg

Tarifrunde in der Wach- und Sicherheitsgewerbe

Tarifverhandlungen für Sicherheitsunternehmen in Berlin/Brandenburg: Warnstreiks stehen kurz bevor!

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) verhandelt derzeit mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) einen neuen Entgelttarifvertrag für die Berliner und Brandenburger Beschäftigten in der Wach- und Sicherheitsbranche. Der laufende Tarifvertrag ist per Ende Dezember 2016 gekündigt worden und befindet sich nun in der Nachwirkung. Von den Verhandlungen sind mehr als 20.000 Beschäftigte in der Region betroffen.

In der ersten Tarifrunde am 21. November 2016 legte der Arbeitgeber ein Angebot vor, was für die unterste Lohngruppe eine Anhebung des Stundenlohns um 2,2 Prozent auf dann 9,20 € zum 1. Januar 2017 sowie eine weitere Anhebung auf 10,00 € zum 1. Januar 2018 beinhaltet. In der zweiten Tarifrunde am 06. Dezember 2016 zog der Arbeitgeberverband das von sich aus unterbreitete Angebot wieder zurück. Dieser Rückzug der Arbeitgeberseite bestimmte die Diskussion in der Verhandlungsrunde. Ein neuer Verhandlungstermin kam nicht mehr zustande. Die ver.di-Tarifkommission berät nun am 12. Januar ihre Arbeitskampfstrategie, Warnstreiks können somit noch im Januar massive Auswirkungen auf Veranstaltungen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen haben, wenn Zugangskontrollen nicht durchgeführt und Überwachungsanlagen nicht bedient werden.

"In Berlin können Sicherheitsunternehmen viele Stellen gar nicht besetzen, dennoch halten die Unternehmen an ihrer Niedriglohnpolitik fest. Beschäftigte, die mit viel Verantwortung hart arbeiten, sollen nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn verdienen. Wir unterzeichnen keinen Tarifvertrag, der der Arbeit nicht gerecht wird", so Benjamin Roscher, zuständiger ver.di-Fachbereichsleiter.

ver.di fordert in der laufenden Tarifrunde einen Stundenlohn von 11,00 Euro in der untersten Lohngruppe, derzeit erhalten Beschäftigte dort 9,00 € in der Stunde. Darüber hinaus erwartet die ver.di-Tarifkommission eine überproportionale Erhöhung für qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine Erhöhung des Nachtzuschlages, Verbesserungen in den Zulagen sowie einige Korrekturen im bisher bestehenden Tarifvertrag.

Die Beschäftigten wahren die Sicherheit von Unternehmen, in Behörden und öffentlichen Einrichtungen. Sie bewachen Einkaufszentren, Geflüchtetenunterkünfte und den öffentlichen Nahverkehr, sie werden am Bundestag, in der amerikanischen Botschaft oder auch am Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums eingesetzt, hinzu kommen zahlreiche Veranstaltungen, Personenschutz und Detekteien.

Quelle: ver.di