Mehr Entgelt für Pflege-Beschäftigten

Neue ver.di-Tarifverträge

Neue Tarifverträge für Pflege-Beschäftigte in Senftenberg, Lauchhammer, Vetschau, Lübbenau, Spremberg und Cottbus

ASB Altenpflegeheim GmbH in Senftenberg-Brieske 

Die Gewerkschaft ver.di hat für die rund 170 Beschäftigten der ASB Altenpflegeheim GmbH in Senftenberg-Brieske erstmals einen Tarifvertrag vereinbart, der zum 1. Dezember 2016 in Kraft tritt. Danach erhöht sich das monatliche Entgelt im Durchschnitt um rund 20%. Bei den Beschäftigten in der Pflege erhöht sich das Entgelt je nach Beschäftigungsjahren teilweise um bis zu mehr als 30%.

Für die Monate von Januar bis November 2016 wird den Beschäftigten, die noch am 1. Dezember 2016 beschäftigt waren, die jeweilige monatliche Differenz der Monate Januar bis November 2016 zur Entgelterhöhung als eine Einmalzahlung gezahlt. Die Einmalzahlung kann dabei je nach Entgelterhöhung bis zu 3.600 EUR und mehr betragen.

Ab 1. Februar 2017 wird der Nachtzuschlag von 1,50 EUR auf 2,50 EUR pro Stunde für die Zeit von 21 Uhr bis 6 Uhr erhöht. Mit dem Tarifvertrag wird das Niveau anderer Tarifverträge erreicht. Der Tarifvertrag soll von dem Flächentarifvertrag mit der Paritätischen Tarifgemeinschaft e. V. (PTG), einem Arbeitgeberverband des paritätischen Wohlfahrtsverbandes, abgelöst werden. Am 7. Februar 2017 beginnen die Tarifverhandlungen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit der PTG für einen Tarifvertrag für die Sozialwirtschaft in Brandenburg. Die ASB Altenpflegeheim GmbH ist Mitglied in dem Arbeitgeberverband PTG.

Seniorenheim Mückenberger Ländchen in Lauchhammer

Mit der gemeinnützigen Gesellschaft für SeniorenDienste in Berlin-Brandenburg mbH (GSD) hat die Gewerkschaft ver.di für die rund 150 Beschäftigten im Seniorenheim Mückenberger Ländchen in Lauchhammer und in der ambulanten Pflege einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen, der zum 1. Januar 2017 Entgelterhöhungen vorsieht. Mit dem neuen Tarifvertrag erhöhen sich die Entgelte für alle Beschäftigten um mindestens 3,5%.

Für die Pflegefachkräfte erhöhen sich die Entgelte, abhängig von der Beschäftigungszeit um mindestens 19% bis 32%. Danach erhöht sich für eine Pflegefachkraft bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden das monatliche Einstiegsentgelt auf 2.400 EUR. Das Entgelt beträgt nach 3jähriger Beschäftigungszeit 2.525 EUR und nach 6jähriger Beschäftigungszeit 2.650 EUR. Nach 9jähriger Beschäftigungszeit beträgt das Monatsentgelt 2.800 EUR. Für die Pflegehelfer, Betreuungsassistenten und Alltagsbegleiter erhöht sich das Entgelt zwischen 9% bis 21%. Das monatliche Einstiegsentgelt für Pflegehelfer, Betreuungsassistenten und Alltagsbegleiter beträgt bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden 1.800 EUR. Nach einer 9jährigen Beschäftigungszeit beträgt das Entgelt 2.100 EUR.

Zusätzlich erhöhen sich die Zeitzuschläge für Nachtarbeit, Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit. Der Nachtzuschlag steigt auf 25% bis 40%, der Sonntagszuschlag auf 50%, der Feiertagszuschlag auf 125% und der Zuschlag für den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag auf 150 % des Stundenentgeltes pro Stunde. Zusätzlich wird für die Feiertagsarbeit ein bezahlter Freizeitausgleich gewährt.

Für die Monate Juli bis Dezember 2016 erhielten mit dem Tarifvertrag alle Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 675 EUR (bei Teilzeit anteilig).

ASB Ortsverband Lübbenau / Vetschau e.V.

Für die rund 310 Beschäftigten des ASB Ortsverbandes Lübbenau / Vetschau e.V., der u. a. ein Pflegeheim in Lübbenau und in Vetschau und ambulante Pflege betreibt, war zum 1. September 2016 erstmals ein Haustarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di in Kraft getreten (die Lausitzer Rundschau berichtete am 01.10.2016). Zum 1. September 2016 hatten sich die Monatsentgelte für die Beschäftigten, abhängig von den Beschäftigungsjahren zwischen mindestens 6% bis 32% erhöht. Zusätzlich wurde neben dem Weihnachtsgeld in Höhe von 67,5% des Entgeltes ein zusätzliches Weihnachtsgeld in Höhe von 1.000 EUR (bei Teilzeit anteilig) gezahlt.

Mit diesem Tarifvertrag erhöhen sich zum 1. Januar 2017 die Monatsentgelte in der stationären Kinder- und Jugendhilfe um weitere 3,3% und für die Pflegefachkräfte und Pflegehelfer und Betreuungsassistenten in der stationären und ambulanten Pflege um weitere 5,6%.

Für die Mitarbeiter/innen in der Küche, Reinigung, Wäscherei und Verwaltung erhöhen sich die Entgelte um weitere 4,1%. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2017 und kann im Januar 2018 neu verhandelt werden.

BWS Behindertenwerk GmbH in Spremberg

Im Jahr 2016 hat die Gewerkschaft ver.di mit der BWS Behindertenwerk GmbH in Spremberg für die rund 200 Beschäftigten in der Behindertenbetreuung und Pflege einen neuen Tarifvertrag vereinbart, der rückwirkend zum 1. Januar 2016 eine Entgelterhöhung um 3,5%, dabei mindestens um 85 EUR pro Monat vorsah. Gleichzeitig wurde der Nachtzuschlag von 1,30 EUR auf 2,50 EUR je Nachtstunde (20 Uhr bis 6 Uhr) erhöht.

Mit diesem Tarifvertrag erhöhen sich zum 1. Januar 2017 die Entgelte um weitere 2,5%, mindestens jedoch um 60 EUR monatlich.

DRK Kreisverband Cottbus-Spree-Neiße-West e.V. in Cottbus

Mit dem DRK Kreisverband Cottbus-Spree-Neiße-West e.V. wurde für die rund 100 Beschäftigten im September 2016 ein neuer Tarifvertrag unterzeichnet, der rückwirkend zum 1. Juli 2016 in Kraft getreten war und die Monatsentgelte für die Beschäftigten in der Pflege und Behindertenbetreuung um mindestens 6% erhöht hat.

Die nächste Tarifsteigerung ist schon für den 1. Mai 2017 und für den 1. März 2018 in Höhe von jeweils weiteren 3% vereinbart.

Pro Seniore in Cottbus

Mit dem privaten Pflegeheimbetreiber Pro Seniore wurde für die rund 100 Beschäftigten der Residenz Cottbus gGmbH und Residenz Am Wasserturm gGmbH im August 2016 ein Tarifvertrag unterzeichnet, der rückwirkend zum 1. Januar 2016 eine Entgelterhöhung um 3,5% bis 5%, abhängig von der Höhe des Entgeltes, vorsah. Bei den Pflege- und Betreuungskräften hatte sich das Entgelt überwiegend um 5% rückwirkend zum 1. Januar 2016 erhöht. Seit September 2016 werden die Tarifverhandlungen für einen neuen Tarifvertrag fortgesetzt. Noch konnte keine Einigung für einen neuen Tarifvertrag und für weitere Entgelterhöhungen erzielt werden. Die Tarifverhandlungen werden am 10. Januar 2017 fortgesetzt.

Die Gewerkschaft ver.di kann die Arbeitsbedingungen in der Pflege im Land Brandenburg derzeit durch Tarifverhandlungen mit den einzelnen Betreibern verbessern, weil sich die Arbeitgeber bislang zu keinem einheitlichem Arbeitgeberverband zusammengeschlossen haben. "Der Paritätische Arbeitgeberverband e.V. (PTG) ist ein guter Anfang. Aber bislang sind nur weniger Brandenburger Unternehmen der Sozialwirtschaft in dem Paritätischen Arbeitgeberverband Mitglied." so Ralf Franke von ver.di.

Sobald sich die Beschäftigten in den Einrichtungen der Altenpflege und Behindertenbetreuung mehrheitlich in ver.di organisieren, kann die Gewerkschaft ver.di den jeweiligen Arbeitgeber zu Tarifverhandlungen auffordern.

Quelle: Gewerkschaft ver.di