Tarifvertrag Sicherheitsbranche Berlin und Brandenburg gescheitert

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Kein Tarifabschluss für Wach- und Sicherheitskräfte in Berlin und Brandenburg

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) verhandelt mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) einen neuen Entgelttarifvertrag für Beschäftigte der Wach und Sicherheitsbranche in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg- Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Der laufende Tarifvertrag ist per Ende Dezember 2016 gekündigt, die laufenden Verhandlungen mussten jedoch am 7. Dezember auf unbestimmte Zeit unterbrochen werden.

ver.di fordert in der laufenden Tarifrunde einen Stundenlohn von 11,00 Euro in der untersten Lohngruppe, derzeit erhalten Beschäftigte dort 9,00 € die Stunde. Darüber hinaus erwartet die ver.di-Tarifkommission eine überproportionale Erhöhung für qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine Erhöhung des Nachtzuschlages, Verbesserungen in den Zulagen sowie einige Korrekturen im bisher bestehenden Tarifvertrag. In der zweiten Verhandlungsrunde zog die Arbeitgeberseite ihr bisheriges Angebot, das eine Erhöhung der Stundenlöhne auf 9,20 € zum 1. Januar 2017 und auf 10,00 € zum 1. Januar 2018 beinhaltete, zurück und unterbreitete ver.di ein deutlich verschlechtertes Angebot. Diese neue Offerte soll es nach Vorstellungen der Arbeitgeber zudem nur dann geben, wenn Lohnerhöhungen für das Jahr 2019 per Vereinbarung vornherein ausgeschlossen würden.

Die Beschäftigten wahren die Sicherheit von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Sie bewachen Einkaufszentren, Geflüchtetenunterkünfte und den öffentlichen Nahverkehr, sie werden am Bundestag, in der amerikanischen Botschaft oder auch am Forschungsreaktor des Helmholtz Zentrums eingesetzt, hinzu kommen unzählige Veranstaltungen, Personenschutz und Detekteien.

ver.di forderte im Laufe der gestrigen Verhandlungen die Arbeitgeberseite mehrfach zur Terminvereinbarung für Anfang Januar auf, dies wurde abgelehnt. Da die Friedenspflicht zum 1. Januar 2017 endet, sind Streiks in der gesamten Branche nicht auszuschließen, wenn es keine Verhandlungslösungen gibt. Die ver.di-Tarifkommission wird über mögliche Aktionen entscheiden.

Quelle: ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg