Innovationspreis Metall für Lausitzer Unternehmen

Innovationspreis Metall

Zwei Lausitzer Unternehmen mit dem Innovationspreis Metall 2016 ausgezeichnet

Innovative Lösungen für Transport, Recycling und Logistik

Eine neue flexible Ladevorrichtung für sicheren und verlustfreien Transport, ein innovatives Verfahren zum Recycling wertvoller Rohstoffe und ein wegweisendes System für effektive und effiziente Lagerlogistik: Das sind die ausgezeichneten Innovationen des Clusters Metall des Jahrgangs 2016 in Kurzfassung. Die drei Innovationspreise wurden heute im Rahmen der Clusterkonferenz Metall in Blankenfelde-Mahlow durch das Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg vergeben. Die Preisträger sind (in alphabetischer Reihenfolge) die Hüffermann Transportsysteme GmbH, aus Neustadt (Dosse), die ReMetall Deutschland GmbH aus Drochow und die Smartly Solutions GmbH mit Sitz in Königs-Wusterhausen. Alle drei Preisträger sind hoch spezialisierte klein- bzw. mittelständische Unternehmen.

"Eines fällt an den ausgezeichneten Innovationen des Clusters Metall in diesem Jahr besonders auf: Alle Unternehmen haben Innovationen entwickelt, die das Potenzial haben, weit über ihre Bereiche hinaus Wirkung zu entfalten. Auf Basis ihrer Erfahrungen und erkannter Probleme ihrer Spezialgebiete haben sie Entwicklungen vorangetrieben, die nützlich und nachgefragt sind. Sie geben uns Innovationen an die Hand, mit denen wir grundsätzliche Herausforderungen meistern können, vor die uns das große Thema Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit stellt. Das erfüllt im besten Sinne die Intention der Innovationspreise: Entwicklungen und Unternehmen in Brandenburg zu würdigen und zu fördern, die eine große Wirkung über unsere Region hinaus entfalten können", betont Gerhard Ringmann, Abteilungsleiter Wirtschaftsförderung im Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg.

Die Preisträger (in alphabetischer Reihenfolge)

Die Hüffermann Transportsysteme GmbH wurde für ihre Innovation "Multifix - die zukünftige Ladesicherung auf Fahrzeugen für Absetzbehälter und Absetzpressen" ausgezeichnet. Mit dem neu entwickelten Ladesicherungssystem können nun - im Gegensatz zu bisherigen Systemen - sowohl Absetzbehälter als auch Pressen schnell und sicher auf LKW-Anhänger gesetzt und transportiert werden. Dafür erfüllt "Multifix" für die Aufnahme und Sicherung von Absetzbehältern die DIN 307720 Teil 1 und 2 und für Absetzpressen die DIN 30772. Mit der neuen Ladesicherung sind LKW nun für den Transport verschiedenster Behälter flexibel einsetzbar. "Multifix" ist zudem stufenlos und schnell an unterschiedlichste Behältergrößen anzupassen. Für die Befestigung und Sicherung der Behälter braucht es auch keine Spannketten mehr. Für mehr Sicherheit sorgt ein integrierter Näherungssensor, der auch bei schwer einsehbarer Lage der Behälter oder Pressen auf dem Hänger gewährleistet, dass die jeweiligen Halterungen richtig erfasst und sicher verriegelt sind. Mit einem Prototyp wurde bereits ein Testversuch mit der DEKRA Oranienburg gefahren und danach für "Multifix" ein Ladungssicherungszertifikat erteilt. Zudem ist die Entwicklung zum Patent angemeldet.

Ausgezeichnet wurde die ReMetall Deutschland GmbH für ihr innovatives "Verfahren zur Edelmetallrückgewinnung". Das Verfahren und die entwickelte Anlage des Unternehmens dienen dem Einschmelzen von edelmetallhaltigen Materialien wie beispielsweise Autoabgaskatalysatoren und der Anlagerung der Edelmetallpartikel an ein Sammlermetall. Diese Verfahren sind nötig, da die Ausgangsmaterialen oft sehr geringe Edelmetallanteile (maximal ca. 1%) aufweisen. Während Wettbewerber als Sammlermetall oft Kupfer, Blei oder Nickel einsetzen, nutzt die ReMetall Deutschland GmbH dafür Eisen. Es kann höher mit Edelmetallen angereichert werden. Das Unternehmen setzt zudem, anders als Wettbewerber, einen Lichtbogenofen mit entsprechender Rückkühlanlage und Abluftreinigungsanlage zum Schmelzen ein und verwendet eine besondere, aber auch flexible Rezeptur für den Prozess. Somit können auch Metallchargen eingeschmolzen werden, für die bisher weitere Ausgangsmaterialien zugemischt werden mussten. Am Ende des Prozesses bleiben eine edelmetallfreie Schlacke und ein Sammlermetall mit einer bis zu 35fach höheren Konzentration an Edelmetallen als das ursprüngliche Material. Mit dem Verfahren und der Anlage der ReMetall können nun auch kleinere Chargen Altmaterials verwertet werden, die Prozesse der ReMetall sind emissionsärmer und kostengünstiger als bisherige Verfahren, auch sind thermische Nachbehandlungen nicht mehr erforderlich.

Der Smartly Solutions GmbH wurde der Preis für ihre Innovation "SINTRA - Indoorlokalisierung" verliehen. Die Logistik-Lösung des Unternehmens behebt grundlegende Probleme sowohl statischer als auch chaotischer Lagerhaltung. Bei statischer Lagerhalterung ist immer alles am fest zugewiesenen Platz - ist ein Posten einmal nicht verfügbar, bleiben Flächen ungenutzt und leer. Entsprechend groß ist der generelle Platzbedarf. Bei chaotischer Lagerhalterung wird gewissermaßen jeder Zentimeter entsprechend der Lagergüter effektiv ausgenutzt - das spart Platz, erhöht aber den Aufwand für die Suche konkreter Teile und bei einer Inventur. Intention der Innovation der Smartly Solutions GmbH war: Finden statt suchen. Das gelingt, indem die Lagergüter mit einem aktiv sendenden Minichip, Tag genannt, ausgestattet werden. Das sind in diesem Fall Bluetooth Low Energy Emitter, so genannte iBeacons. Die senden pro Sekunde ein schwaches Signal mit einer individuellen Kennung, sind also eindeutig identifizierbar. Als Empfänger sind handelsübliche Mobiltelefone mit einer speziellen App einsetzbar. Aufgrund physikalischer Gesetzmäßigkeiten können aus der Intensität der elektromagnetischen Strahlung der iBeacons Lage und Entfernung der Güter ermittelt werden, auf denen sie sich befinden. Die iBeacons können mehrere Jahre lang senden. Die Innovation SINTRA ist zum Patent angemeldet. Sie ist nach Lieferung sofort einsetzbar, basiert auf Standard-Hardware und minimiert die Kosten für die Ortung der Lagergüter und der Lagerhaltung insgesamt deutlich. SINTRA kommt neben der Produktion und Logistik in der Metallindustrie inzwischen bereits in Krankenhäusern zum Einsatz. Anwendungen im Baubereich, der Landwirtschaft und dem Handel sind geplant.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft und Energie (MWE)